Service-Test: Emissionshäuser lassen zu wünschen übrig

Geschlossene Fonds kämpfen mit dem Vorurteil, für Privatanleger schwer durchschaubar zu sein. Die Emissionshäuser sind gefordert, durch Aufklärung und guten Service vom Gegenteil zu überzeugen. Doch offensichtlich tun sie sich schwer, wie eine Studie zeigt.

service unbefriedigend

Das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) hat die Beratungsqualität von sieben großen Emittenten geschlossener Beteiligungen getestet. Untersucht wurde die Kompetenz von Auskünften am Telefon und via Email sowie Transparenz und Verständlichkeit von Info-Material und Internet-Auftritten.

Die Ergebnisse fallen insgesamt ernüchternd aus. Fazit: Servicequalität im Durchschnitt nur befriedigend, Informationen oft unverständlich. Die größten Defizite offenbarten sich bei der Transparenzanalyse.

Die für Anleger wesentlichen Informationen wie Emissionsprospekte oder Exposés waren nach Einschätzung der Tester sehr schwer nachvollziehbar und nicht detailliert genug. Kein Anbieter bot ein kompaktes Info-Blatt zu wesentlichen Entscheidungskriterien sowie Risiken und Kosten an.

Zudem sei das Thema Totalverlust von allen Anbietern nur an einer einzigen Stelle angesprochen worden. „Die verfügbaren Informationen können somit kaum als Entscheidungsgrundlage dienen“, kommentiert DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer.

Bei der telefonischen Beratung konnten die Mitarbeiter der Fondsinitiatoren zwar durch Freundlichkeit überzeugen, die Inhalte ihrer Finanzprodukte jedoch nur schwer vermitteln. Mehr als ein Drittel der Tester bemängelte, dass die komplexe Materie nicht verständlich genug kommuniziert wurde.

Optimierungspotenzial machten die Marktforscher auch beim Email-Support aus. Ein Viertel aller Anfragen wurden überhaupt nicht beantwortet. Zudem seien viele standardisierte Antworten verschickt worden, so Hamer. Die Internetseiten böten zwar viele Infos, allerdings wünschte sich jeder dritte Testnutzer einen übersichtlicheren Aufbau und jeder zweite eine bessere optische Gestaltung.

Testsieger wurde das Hamburger Emissionshaus Lloyd Fonds vor dem ebenfalls in der Hansestadt ansässigen Wettbewerber MPC Capital. Dahinter folgen Nordcapital, HCI Capital, König & Cie., Hannover Leasing und Wealth Cap. (hb)

Foto: Shutterstock

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