4. April 2012, 14:10
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Emittent oder Emissionshaus?

Es ist wieder einmal an der Zeit für etwas Haarspalterei. Denn die korrekte Verwendung von Begriffen kann in der zunehmend regulierten Welt der geschlossenen Fonds nicht ganz unwichtig sein.

Emittent - Stefan Löwer

Cash-Kolumnist Stefan Löwer

Es geht um das Wort  „Emittent“. Im Verkaufsprospektgesetz und auch in dem neuen Vermögensanlagengesetz bezieht sich der Begriff auf die Fondsgesellschaft, also jene Gesellschaft, an der sich die Anleger beteiligen.

Neuerdings  wird die Bezeichnung jedoch – auch von manchen Fachjournalisten und Vertrieben – vermehrt verwendet, wenn das Emissionshaus gemeint ist, also der Initiator.

Begriffe purzeln durcheinander

So überschreibt etwa ein bekannter Spezialvertrieb für geschlossene Fonds in der Produktübersicht auf seiner Website die Spalte der Initiatoren mit „Emittent“. Über der Spalte der Fonds hingegen, zu der diese Bezeichnung eigentlich passen würde, steht schlicht „Name“.

Sogar eine Ratingagentur berichtete in dem Editorial ihres Newsletters unlängst, dass „zahlreiche Emittenten“ aussagekräftige Leistungsbilanzen „der aufgelegten Beteiligungen“ veröffentlichen würden. Gemeint waren offenkundig die Emissionshäuser. Auch auf dem Fondsrating-Tag des Veranstalters Ratingwissen von Jürgen Braatz, auf dem jüngst immerhin 140 Profis der Branche versammelt waren, purzelten die Begriffe fröhlich durcheinander.

Anscheinend empfinden viele „Emittent“ als chic und modern. Mit der Wortwahl scheinen sie suggerieren zu wollen, dass sie in der neuen Welt der geschlossenen Fonds, bei Finanzinstrumenten und Regulierung bereits angekommen sind. Falsch ist sie trotzdem.

Die Gefahren der falschen Terminologie

Wortklauberei? Nicht nur. Wenn die falsche Terminologie sich in den Köpfen von Vermittlern und Anlegern festsetzt, kann das insbesondere bei der Lektüre der Fondsprospekte zu argen Missverständnissen führen. Denn dort ist mit „Emittent“ stets die Fondsgesellschaft gemeint. Etwas anderes gestattet die BaFin, die sich penibel an die gesetzlich verankerten Begriffe hält, nicht.

Seite 2: Begriff „Emissionshaus“ bei der BaFin unbekannt

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2 Kommentare

  1. Mit „Holland in Not“ ist nicht die Qualität der Garantie gemeint, sondern – zugegebenermaßen etwas flapsig – das Haftungsrisiko für den Vermittler. Sollte mit dem Fonds irgendetwas schief gehen, wird der Anleger behaupten können, er sei falsch beraten worden. Denn eines ist schließlich sicher: Der Anlegeranwalt wird schon eine Begründung dafür finden, warum der Initiator als Garant aus Sicht seines Mandanten besser gewesen wäre und dieser sich nie und nimmer an dem Fonds beteiligt hätte, wenn er gewusst hätte, dass die Garantie von der Fondsgesellschaft stammt. Ob das objektiv nachvollziehbar ist oder nicht, spielt dann keine Rolle. Die einzige Frage ist, ob das Gericht der Argumentation folgt. Und das wird es im Zweifel tun.
    Stefan Löwer

    Kommentar von Stefan Löwer — 11. Mai 2012 @ 12:08

  2. Und was bitte soll an dieser Garantie falsch sein?

    „…Wenn Vermittler und Anleger in diesem Fall glauben, die Zusage gebe der Initiator oder dies gar im Beratungsprotokoll steht, ist Holland schon wieder in Not…“

    Wenn also Anleger etwas falsches glauben, was zudem völlig wertlos wäre, und diese falsche Annahme stellt sich dann sogar als falsch heraus, ja dann… macht es eigentlich noch immer keinen Unterschied, da erstens ja das Richtige drin steht, und dieses zweitens sogar einiges werthaltiger ist, als wäre die falsche Annahme richtig gewesen.

    Hierzu müßte man allerdings wissen was ein “steuerlicher Buchwert” ist, denn dann wäre Ihnen klar, daß der Rückerwerb für lediglich 80% dieses Wertes für die verbleibenden Anleger ein hoch attraktiver außerordentlicher Ertrag wäre.

    Sie sagen es in der Einleitung völlig richtig: es ist Zeit für Haarspaltereien, auf die auch exzellente Experten wie Sie achten sollten!

    Kommentar von Anleger — 4. Mai 2012 @ 17:53

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