5. November 2012, 12:27
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DFR-Analyse zeichnet düsteres Bild für Schiffsfonds

Einer aktuellen Analyse der Hamburger Deutschen Fonds Research (DFR) zufolge erzielt nur ein Drittel der Fondsgesellschaften, die in Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität zwischen 2.100 und 2.700 TEU, ausreichende Einnahmen, um die Kosten zu decken und die Tilgungen zu leisten.

Nils-Lorentzen-DFR-127x150 in DFR-Analyse zeichnet düsteres Bild für Schiffsfonds

DFR-Geschäftsführer Nils Lorentzen

Grundlage für dieses Ergebnis bilde eine hauseigene Bewertungsdatenbank mit 130 Schiffen dieser Größenklasse. „Nur ein Drittel der untersuchten Containerschiffe kann Gewinne erzielen“, erläutert Nils Lorentzen, Geschäftsführer der Deutschen FondsResearch. „Subjektiv betrachtet, ist dieser Anteil ein wirtschaftliches Armutszeugnis. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation ist aber – objektiv betrachtet – Folgendes positiv zu bewerten: Immerhin decken weitere 39 Prozent ihre Schiffsbetriebskosten. Somit erwirtschaften 71 Prozent der Schiffe in der historisch schlimmsten Schifffahrtskrise keine operativen Verluste.“

Dem stünden 25 Prozent der Flotte gegenüber, die weniger Einnahmen als Ausgaben zu verbuchen haben sowie vier Prozent aufliegende Schiffe. Somit können sie den laufenden Kosten aktuell keine Einnahmen entgegenstellen.

Die positive Entwicklung der Charterraten im zweiten Quartal 2012 habe sich im Folgequartal nicht in allen Schifffahrtsmärkten fortgesetzt, so die Hamburger Analysten.

Sowohl für Containerschiffe als auch für Bulk Carrier stagnieren oder sinken die Charterraten erneut. Während die kleineren Containerschiffklassen auf nahezu gleichem Niveau verbleiben würden, zeige sich bei den mittleren Größenklassen ein Rückgang. Mit einem Minus von 20 Prozent verzeichnete das Größensegment bis 4.400 TEU den stärksten Rückgang im Quartalsvergleich.

Auch die Bulk Carrier mussten über alle Größenklassen hinweg Abschläge hinnehmen. Die stärksten Rückgänge verbuchten erneut die größeren Frachter. So verloren die Caper (170.000 tdw) im Vergleich zum Vorquartal fast 20 Prozent und erhielten Ende September 2012 noch 11.750 US-Dollar pro Tag, teilt DFR mit.

„Auch die Charterraten der Tanker, die sich bereits auf einem sehr niedrigen Niveau befanden, sind weiter gesunken. Die Raten der Suezmax sanken im dritten Quartal beispielsweise auf 9.977 US-Dollar – das ist ein Minus von 54,09 Prozent. Lediglich die Handysize-Tanker konnten ihre Einnahmen mit Charterraten von 13.250 US-Dollar stabilisieren“, so Lorentzen.

Eine Erholung der Schiffsmärkte sei weiterhin nicht in Sicht. Klassischerweise führe das Ende des Weihnachtsgeschäfts für Containerschiffe alljährlich zu einem Rückgang, der sich auch im vierten Quartal 2012 fortsetzen würde. Gleichzeitig würden die Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Rohstoffnachfrage keine baldige Besserung versprechen. (af)

Foto: DFR

 

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