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22. Juli 2013, 11:12
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„Chancen mit regulierten Sachwerten“

Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des BSI Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V. sprach mit Cash. über die Herausforderungen der neuen KAGB-Welt.

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Eric Romba, BSI

Cash.: Mit Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) trägt der bisherige Verband Geschlossene Fonds den Namen BSI Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen. Wie grenzen Sie sich nun von anderen Interessensvertretungen, insbesondere dem BVI ab?

Romba: In der Neuaufstellung als BSI haben wir den Fokus auf Unternehmen, die im Rahmen des KAGB tätig sind und einen Bezug zu Sachwerten haben. So grenzen wir uns klar vom BVI ab, mit dem es lediglich im Bereich der offenen Immobilienfonds und Spezialfonds Überschneidungen gibt.

Für diese ebenfalls im Zuge des KAGB regulierten Anbieter kann eine Doppelmitgliedschaft sinnvoll sein. Denn beim BVI ist die Investmentwelt vertreten, bei uns die KAGB-Welt mit dem Sachwertthema.

Wie wirkt sich die Neuausrichtung auf die Zahl der Mitglieder aus?

Durch unsere breitere Aufstellung wollen wir insgesamt mehr Mitglieder als bisher gewinnen. Zwar werden von den bisher 35 Vollmitgliedern nicht alle eine KVG Zulassung beantragen.

Aber auch Bestandsverwalter können uns erhalten bleiben. Großes Potenzial bietet die neu eingeführte Branchenmitgliedschaft für Unternehmen, die wesentliche Aufgaben bei Verwaltung und Aufsicht von AIFs übernehmen, wie etwa Verwahrstellen oder Auslagerungsunternehmen.

Aber wir erwarten auch Zuwächse bei den Vollmitgliedern, insbesondere aus dem europäischen Ausland. Schließlich ermöglicht es die AIFM-Richtlinie nun auch Unternehmen aus anderen EU-Staaten, ihre Produkte in Deutschland zu vertreiben. Wir können diese bei grenzüberschreitenden rechtlichen Fragen unterstützen.

Wie stellt sich die Branche auf die neue Gesetzgebung ein? Wann ist mit ersten AIFs zu rechnen?

Wir sehen, dass die Häuser sehr engagiert an den Anträgen arbeiten. Wann die ersten AIFs auf den Markt kommen, hängt von der Schnelligkeit der Bafin-Prüfung und der Qualität der eingereichten Unterlagen ab. Die Prüfungsprozesse müssen sich erst noch einspielen.

Gerade für kleinere Anbieter stellt das KAGB eine Hürde dar. Wie können sich diese behaupten?

Sicher wird es Häuser geben, die aus dem Markt ausscheiden. Doch kleinere Anbieter können Aufwand und Kosten reduzieren, indem sie statt einer Vollzulassung einen Dienstleister beauftragen und unter das Dach einer Master KVG gehen.

Wir werden sicher auch andere Verbünde sehen, etwa Unternehmen, die ihre Assets in gemeinsamen Produkten bündeln. Oder Häuser, die ein Portfolio ausgewählter Assets von verschiedenen Anbietern nach dem Best Select Prinzip zusammenstellen.

Die Größe allein ist nicht das entscheidende Kriterium, eher der bisherige Erfolg des Geschäftsmodells.

Werden sich Ihrer Meinung nach die früheren Initiatoren geschlossener Fonds eher alternativen Finanzierungsvehikeln zu AIFs, wie etwa Anleihen oder Genussscheinen, zuwenden?

Neben einzelnen Anbietern ist hier ist kein größerer Trend erkennbar. Aus gutem Grund. Schließlich ist es für den Vertrieb allein aus Haftungsgründen wesentlich einfacher, regulierte statt unregulierte Produkte zu verkaufen.

Außerdem zeigt sich auf EU-Ebene, dass Produkte, die von der KAGB-Norm abweichen, künftig auch einer Regulierung zugeführt werden.

Wieviele Anbieter werden wir künftig im Markt sehen?

Bisher haben rund 330 Unternehmen Prospekte bei der Bafin eingereicht. Ich denke, dass am Ende etwa 60 bis 80 Anbieter eine Zulassung erhalten werden. Aber diese stoßen dann auf einen Markt mit großem Potenzial.

Denn das Thema Sachwertinvestitionen spielt aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und volatiler Aktienmärkte als stabile und inflationsausgleichende Anlage eine zunehmend wichtige Rolle. Und künftig finden diese ausschließlich in einem durch das KAGB geregelten Rahmen statt und bewegen sich auf Augenhöhe mit Investmentfonds.

Aus dieser Position heraus können die verbleibenden Anbieter eine sehr gute Wachstumsstrategie fahren. Die Erfolgsformel lautet: Sachwert Plus Regulierung gleich Chance auf Marktwachstum.

Interview: Markus Hofelich

Foto: BSI

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