Private Equity: Eigenkapital-Power aus Bayern

Deutschlands führende Dachfondskonzeptionäre und Direktinvestmentstrategen positionieren sich unterschiedlich, um die gleichen Herausforderungen des aktuellen Markt- und Platzierungsumfelds zu meistern.

Private Equity: Gabriele Volz
Gabriele Volz, Wealth Cap: „Der europäische Mittelstand hat sich gerade in schwierigem Marktumfeld als Rückgrat und Wachstumsmotor verdient gemacht.“

Reifer Mittelständler in Deutschland oder dem benachbarten Ausland von Initiatorin aus Bayern gesucht. Was wie die Überschrift einer Kontaktanzeige klingt, beschreibt grob die Investitionsstrategie, die Deutschlands führende Initiatoren von Private-Equity-Fonds derzeit verfolgen. Darunter sind die Anbieter von direkt investierenden Beteiligungsangeboten HMW und Fidura aus München sowie die Vertreter von Dachfondskonzepten RWB aus Oberhaching und Wealth Cap aus der bayerischen Landeshauptstadt.

Exit und Liquidation im Portfolio

Wealth Cap ist zwar der jüngste Initiator, verfügt aber über die längste Private-Equity-Tradition. Der Initiator ist eine Tochtergesellschaft der Uni Credit Bank und im Jahr 2007 aus den drei konzerneigenen Emissionshäusern Blue Capital, H.F.S. und HVB Fonds Finance hervorgegangen. Diese hatten sich bereits im Jahr 1998 auf Unternehmensbeteiligungen konzentriert.

Derzeit verwaltet Wealth Cap eigenen Angaben zufolge 16 solcher Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von mehr als 670 Millionen Euro, die im Buy-Out-Segment auf bereits etablierte Unternehmen setzen. Neun davon befinden noch in der Investitionsphase, drei Fonds der Vorgängergesellschaft Blue Capital aus den Jahren zwischen 2002 und 2004 wurden mittlerweile planmäßig abgewickelt und konnten im Schnitt das seinerzeit eingesetzte Anlegerkapital verdoppeln. Allein im vergangenen Jahr hat der Initiator rund 56 Millionen Euro an die Anleger des Segments ausgeschüttet.

Im Juni 2013 will der Initiator nun den Vertrieb des Fonds-Duos Private Equity 17 und 18 starten, deren Offerten sich nur in der Mindestbeteiligungssumme unterscheiden. Der Einstieg ist ab 25.000 Euro zuzüglich fünf Prozent Agio möglich, wer den Schwesterfonds mit der Nummer 18 zeichnen möchte, muss zumindest 100.000 Euro plus zwei Prozent Agio einsetzen. Damit richten sich die Wagniskapitalofferten der Bayern erneut vornehmlich an überdurchschnittlich wohlhabende Privatanleger oder professionelle Investoren wie Stiftungen, Pensionskassen oder Vermögensverwalter, die ihrerseits die bedeutendste Anlegergruppe von Zielfonds darstellt.

So war es auch schon bei beiden eigenkapitalbasierten Vorgängerofferten des Initiators, mit denen sich die Anleger über einen Zielfonds der Carlyle-Gruppe an nordamerikanischen Buy-Out-Transaktionen beteiligen konnten und die zum Jahreswechsel mit einem Volumen von knapp 30 Millionen Euro geschlossen wurden. Für sein neues Fonds-Tandem hat das Emissionshaus die Zielregion, das Marktsegment und den institutionellen Zielfondsanbieter gewechselt: Konzeptionsgemäß soll das Anlegerkapital den beiden institutionellen Private-Equity-Fonds PAI Europe V und VI zufließen, die vornehmlich in mittelständische Unternehmen des Mid- bis Large Cap Bereichs in Europa investieren.

„Der europäische Mittelstand hat sich gerade in schwierigem Marktumfeld als Rückgrat und Wachstumsmotor verdient gemacht. Unser Fokus liegt für die neuen Fonds Private Equity 17 und 18 auf dem breiten Investmentuniversum des gehobenen Mittelstands“, erläutert Gabriele Volz, die als Geschäftsführerin die Bereiche Vertrieb, Marketing und Produktmanagement bei dem Initiator Wealth Cap verantwortet. Mit rund 12.600 Firmen, die einen Unternehmenswert zwischen 300 Millionen und 1,2 Milliarden Euro hätten, sei der europäische Markt in diesem Segment rund zweieinhalb Mal so groß wie der in den USA.

Weiteres Argument, die Zielregion zu wechseln: „Unsere Fondszeichner legen ausgeschüttete Beträge häufig erneut in Private-Equity-Angebote unseres Hauses an. Diesen Kunden möchten wir auch die Möglichkeit bieten, ihr Investment regional zu streuen. An der bewährten Strategie, gleichzeitig einen Secondary-Fonds als Start-up Portfolio und einen Primary-Fonds anzubieten, halten wir fest. Dadurch können wir einen zehnjährigen Investitionszyklus in einem Produkt abdecken und erwarten schnellere Rückflüsse als bei einer reinen Blind-Pool-Offerte“, erläutert Volz.

Seite 2: Die Strategien der Dachfondsstrategen und direkt investierenden Fondsmanager

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