Hamburger drücken sich vor Darmkrebsvorsorge

Immer weniger Hamburger nehmen die kostenfreie Darmkrebs-Früherkennung in Anspruch. Früherkennung verbessert Heilungschancen und rettet Leben.

So gingen 2017 laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse 25 Prozent weniger Versicherte ab 55 Jahre zur Darmspiegelung als 2007. Beim Stuhltest liegt der Rückgang im selben Zeitraum sogar bei 38 Prozent.

Über 80 Prozent kennen die Angebote

Angesichts der Tatsache, dass Darmkrebs in Deutschland neben Brust-, Prostata- und Lungenkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen zählt, sind das erschreckende Zahlen.

Mangelnde Kenntnis kann kein Grund sein, denn laut Robert Koch-Institut (RKI) kennen über 80 Prozent der Bevölkerung die Angebote der Krankenkassen zur Krebsfrüherkennung.

Nach Angaben des RKI erkranken hierzulande jedes Jahr rund 61.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 25.500 sterben daran. Je früher Darmkrebs diagnostiziert wird, desto höher sind die Heilungschancen. Gesundheitsminister Jens Spahn warb kürzlich für die lohnenden Vorsorgeuntersuchungen, auch wenn sie Überwindung kosten.

Kostenfreies Darmkrebs-Screening ab dem 50. Lebensjahr

Seit Anfang Juli ruft die KKH wie alle anderen Krankenkassen Frauen und Männer ab 50 Jahre regelmäßig zum Darmkrebs-Screening auf. „Männer können ab dem 50. Lebensjahr eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen, Frauen ab 55“, erklärt Hannes Dietrich vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hamburg. „Die Untersuchung wird zweimal im Zehn-Jahres-Rhythmus von den Kassen bezahlt.“ Der Test auf verborgenes Blut im Stuhl kann von 50- bis 54-Jährigen einmal pro Jahr durchgeführt werden, ab 55 alle zwei Jahre.

Das Risiko für eine Krebserkrankung des Darms steigt mit dem Alter. „Mit Hilfe einer gesunden Lebensweise kann es erheblich gesenkt werden“, sagt Hannes Dietrich. „Dazu zählen der Verzicht auf Tabak und Alkohol, eine ballaststoffreiche, fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die Vermeidung von Übergewicht und regelmäßige Bewegung.“

Foto: Shutterstock

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