Solarfonds: (Noch) des Anlegers liebstes Kind

Für die Fondskonzeptionäre bietet die Einspeisevergütung ein hohes Maß an Kalkulationssicherheit, weil ein Teil der Einnahmen über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren staatlich abgesichert ist. Hinzu kommt, dass die Preise für Solarmodule aufgrund eines Überangebots auf den Weltmärkten im vergangenen Jahr um 30 Prozent gegenüber 2008 gesunken sind.

Italien kappt Förderung in 2011

Nach dem Run auf Spanien mit steigenden Preisen für Anlagen und Grundstücke als Folge, ist Italien in den Blickwinkel der Sonnenstrominvestoren gerückt: Wurden dort im Jahr 2008 knapp 258 MWp neu errichtet, waren es in 2009 bereits rund 500 MWp. Das erklärte Ziel der italienischen Regierung ist es, die installierte Gesamtleistung auf 3.000 MWp im Jahr 2016 auszubauen. Der aktuelle Vergütungssatz von 35 Cent wird abzüglich einer Degression von zwei Prozent pro Jahr für die nächsten 20 Jahre gewährt und jährlich an die Teuerungsrate angepasst.

Zu den Italien-Pionieren gehört die Chorus-Gruppe, die allein im vergangenen Jahr eine installierte Leistung von neun MWp ans Netz gebracht hat. „Bereits seit Mitte 2007 haben wir den italienischen Markt beobachtet und ein Partnernetzwerk aufgebaut. Neben einer hohen Sonneneinstrahlung bietet das Land eine festgelegte Einspeisevergütung bis 31. Dezember 2010 mit den besten Investitionsbedingungen“, sagt Chorus-Chef Peter Heidecker.

Alle Anlagen seines aktuellen Beteiligungsangebotes CleanTech Solar 3/Italien sollen im ersten Halbjahr dieses Jahres fertiggestellt werden und von den aktuell geltenden Vergütungssätzen in den kommenden zwei Jahrzehnten profitieren können. Denn die geplanten Absenkungen der Italiener sind knackig: Wird die Anlage zwischen Januar und April 2011 in Betrieb genommen, sinkt die Förderung um 7,1 Prozent des derzeitigen Niveaus, in den darauf folgenden vier Monaten um 14,3 Prozent und wer erst zwischen September und Dezember nächsten Jahres ans Netz gehen kann, sieht sich einer um 21,4 Prozent niedrigeren Einspeisevergütung ausgesetzt.

Einer hohen Sonnenausbeute und den Vorteilen des bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Italien zum Trotz werden dadurch die prognostizierten und tatsächlichen Ausschüttungen der Solarfonds in bella Italia eine erhebliche Korrektur nach unten erfahren.

Gute Aussichten in Frankreich

Im Vergleich dazu steckt der französische Fotovoltaikmarkt noch in den Kinderschuhen und der dortige Gesetzgeber dürfte derzeit mehr an die Förderung der Solartechnologie, denn  deren Beschneidung denken. Im vergangenen Jahr wurden in der Grande Nation zwar Anlagen mit einer Gesamtleistung von 105 MWp errichtet, jedoch nur 46 MWp an das Netz angeschlossen. Branchenexperten machen die langwierigen behördlichen Verfahren dafür verantwortlich.

Ein Erlass des französischen Umweltministeriums von September 2009 sieht eine generelle Förderungsdauer von 20 Jahren vor. Die Höhe der Vergütungssätze schwankt jedoch zwischen 32 und 43 Cent, abhängig von Größe und Standort der Anlage und wird jährlich an die Teuerungsrate der Strombranche angepasst. Damit soll das ambitionierte Ziel gefördert werden, im Jahr 2020 über 5.400 MWp installierter Leistung zu verfügen.

Seite 3: Griechenlands Schuldenkrise schreckt Emissionshäuser ab

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