27. Juli 2007, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gagfah kauft in Zwickau, Rückkehr nach Deutschland angedacht

Die Gagfah S.A., Luxemburg, hat über ihre deutsche Tochter 3.000 kommunale Wohnungen in Zwickau für 95,5 Millionen Euro erworben und plant, ihren Unternehmenssitz nach Deutschland zurückzuverlegen.

Die Wohnimmobilienholding zahlt für die Objekte mit einer Mietfläche von 168.400 Quadratmetern nach eigenen Angaben 95,5 Millionen Euro plus 7,2 Millionen Euro Transaktionskosten. Der Nettopreis pro Quadratmeter liegt damit bei 567 Euro. Der Kaufpreis entspreche einem Multiplikator auf die jährliche Nettokaltmiete von 11,7. Daraus errechnet sich eine Netto-Anfangsrendite von 8,5 Prozent. Rund 13,8 Prozent der Fläche stehen derzeit leer, so Gagfah.

?Die Entscheidung der Stadt Zwickau zeigt, dass Städte und Kommunen ihre Wohnungsbestände auch weiterhin verkaufen und damit dem Beispiel Dresdens folgen?, unterstreicht Burkhard Drescher, CEO der Gagfah Group. Er gehe davon aus, dass es weitere Transaktionen dieser Art geben werde. Im Fokus habe Gagfah dabei vor allem die Region Sachsen.

Ein Drittel des Gagfah-Portfolios liegt in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Die Stadt soll, so Drescher, als Plattform für Zukäufe dienen. Die ehemals kommunale Woba war Anfang 2006 für rund 1,7 Milliarden Euro vom Finanzinvestor Fortress gekauft worden (cash-online berichtete). Dieser hatte sie anschließend in eine Holding mit der norddeutschen Nileg und der von der Bundesversicherung für Angestellten erworbenen Gagfah gebündelt und im Oktober 2006 an die Börse gebracht.

Die Holding ist als S.A. organisiert und hat ihren Sitz in Luxemburg. Fortress hatte diese Konstruktion gewählt, um Steuern zu sparen. Nun scheint Gagfah jedoch mit dem Gedanken zu spielen, den Sitz nach Deutschland zurückzuverlagern. Drescher sagte in einem Interview mit der ?Financial Times Deutschland?, es werde derzeit geprüft, ob dieser Schritt eine Option sei.

Der Grund für den Sinneswandel in der Gagfah-Zentrale dürften die Pläne der Bundesregierung zur Besteuerung des so genannten EK 02 sein. Ein Referentenentwurf sieht vor, die die Anfang der 90er Jahre bei der Umwandlung von gemeinnützigen Wohnungsgesellschafen in private Unternehmen aufdeckten und bisher unversteuerten Bewertungsgewinne einmalig mit einer Steuer von 3 Prozent zu belasten.

Nach geltendem Recht werden bis zum Jahr 2019 bei einer Ausschüttung aus diesem Bilanzposten (EK 02) sehr hohe Steuernachzahlungen fällig, was die meisten Unternehmen von einem solchen Schritt abhält. Laut Drescher würde eine Abgeltungssteuer ?gleiche steuerliche Bedingungen für alle Wohnungsgesellschaften? schaffen. (hi)

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Urlaub mit dem Wohnmobil? Darauf sollten Sie achten

Urlaub im Wohnmobil boomt und die Zahl der versicherten Wohnmobile steigt: So hat sich Verti Versicherungen innerhalb der letzten sechs Wochen die Zahl der versicherten Wohnmobile fast verdreifacht. Besonders unter den 50-60-Jährigen scheint der Wohnmobilurlaub besonders beliebt zu sein. Tipps und Ratschläge zu den wichtigsten Versicherungsfragen rund ums Wohnmobil gibt Alexander Held, Abteilungsleiter Underwriting & Product bei der Verti Versicherung AG.

mehr ...

Immobilien

Homeoffice: Was muss der Vermieter genehmigen?

Wer seine Wohnung zu Wohnzwecken gemietet hat, darf die Räume nicht gewerblich nutzen. Stellt sich die Frage: Gilt die Arbeit im Homeoffice schon als gewerbliche Nutzung? Nicht unbedingt, wie der Deutsche Mieterbund erklärt. Er verweist auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH).

mehr ...

Investmentfonds

Amundi bringt neue Nachhaltigkeits-ETF auf Xetra

Amundi, hat auf Xetra acht neue Aktien-ESG-ETFs gelistet und damit das Angebot an nachhaltigen Investments ausgebaut. Alle neuen ETFs werden zu Konditionen ab 0,15 Prozent laufenden Kosten angeboten.

mehr ...

Berater

Welches Konjunkturprogramm Deutschland braucht

Der Frankfurter Ökonom Prof. Dr. Volker Brühl, Center for Financial Studies an der Goethe-Universität Frankfurt,  schlägt ein 5-Punkte-Programm zur Bewältigung der Krise vor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corona: Nicht nur Kreuzfahrtschiffe schwer gebeutelt

Wegen der Corona-Krise haben die Reedereien so viele Schiffe stillgelegt wie noch nie. Weltweit seien gegenwärtig 11,3 Prozent der Containerflotte ungenutzt, heißt es in einem internen Bericht des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg.

mehr ...

Recht

Brexit: Was Sie zu Umsatzsteuer, Zollfragen und Limited-Gesellschaften wissen sollten

Der Brexit ist da. Vor allem Limited-Gesellschaften müssen schon jetzt handeln. In Sachen Umsatzsteuer und Zollfragen gilt aber noch eine Übergangsfrist bis Ende 2020.

mehr ...