REITs vorerst auch im Dax

Zwar hat die Deutsche Börse für die neuen Immobilienaktien namens REITs (Real Estate Investment Trusts) ein eigenes Börsensegment vorgestellt, übergangsweise sollen die Immobiliengesellschaften aber auch in den Indizes Dax, M-Dax und S-Dax notiert werden. ?Bei diesem Doppellisting handelt es sich um eine mittelfristige Lösung?, erklärt Frank Herkenhoff, Sprecher der Deutschen Börse gegenüber cash-online. Die Dauer der zweifachen Notierung sei abhängig von der Entwicklung des REIT-Marktes. Sobald die Gefahr einer ?Immobilienschlagseite? für den Dax bestünde, werde das Doppellisting aufgehoben.

Das REIT-Segment soll auf bekannten Prozessen und etablierten Transparenzstandards aufbauen. Deutsche Immobiliengesellschaften können im EU-regulierten Markt im General Standard auf Basis der EU-Mindestanforderungen oder im Prime Standard gelistet werden. Dagegen können ausländische REITs abhängig von den jeweiligen nationalen Regelungen auch im Open Market oder Entry Standard notiert werden.

Außerdem plant die Deutsche Börse zwei spezifische REIT-Indizes zu berechnen: Der All Share-Index erstreckt sich auf alle REITs des Prime Standard und General Standard und ist sowohl für deutsche als auch für ausländische REITs zugänglich. Der REIT Auswahlindex ?RX? soll die 20 größten und liquidesten REITs aus dem Prime Standard beinhalten.

?Das REITs-Segment bietet für Investoren ein hohes Maß an Transparenz und Liquidität sowie eine leichte Identifikation von REITs für ein gezieltes Investment in börsennotierte Unternehmen mit REIT-Status?, stellt Rudolf Siebel, Geschäftsführer Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) klar.

Der Vorsitzende des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA) äußerte dagegen Kritik an den Plänen der Deutschen Börse: ?Ich halte ein eigenes REITs-Börsensegment für falsch. Deutschland ginge damit auch international einen Sonderweg?, sagt Dr. Eckart John von Freyend gegenüber cash-online.

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