Asien: Gute Aussichten unter Vorbehalt

Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht verspricht die Region Südostasien zwar beeindruckende Zukunftsperspektiven, allerdings bleibt in den dortigen Wachstumsmärkten ein erhöhtes Risiko für Investoren aufgrund von Intransparenz und politischen sowie rechtlichen Unsicherheiten. Dieses Fazit zieht eine aktuelle Asien-Studie des zur Aberdeen Property Investors gehörenden Immobilien-Asset-Managers Degi, Frankfurt.

Hohe Renditen bei erhöhtem Risiko

Die im Rahmen der Schriftenreihe ?Immobilienwirtschaftliche Trends? erschienene Untersuchung sei durchgeführt worden, weil Asien zunehmend ins Visier internationaler Immobilieninvestoren gerate. ?Dieser Nachfrage steht aber kaum qualifiziertes Datenmaterial gegenüber, welches eine adäquate Risikoeinschätzung zulässt?, so Dr. Thomas Beyerle, Leiter Research bei der Degi. Analysiert haben er und sein Team die aufstrebenden Märkte in Vietnam, Thailand, Malaysia und Singapur.

Das Ergebnis fällt ambivalent aus: Mit Ausnahme von Singapur würden die untersuchten Standorte kaum stabile Immobilienmarktstrukturen aufweisen, alle klassischen Marktparameter deuteten zudem auf eine sehr hohe Risikokomponente hin und hätten oftmals Schwellenlandcharakter. Mit durchschnittlich 7,1 Prozent Rendite bei stabiler Tendenz liegen die untersuchten Schwellenmärkte allerdings fast zwei Prozent über den Mittelwerten von Frankfurt oder London. Auch von der ?Subprime?-Krise seien bisher kaum anhaltende negative Effekte zu erwarten, so die Researcher.

Core-Investoren halten sich noch zurück

Die in Deutschland schwer in die Gänge kommenden Reits (Real Estate Investment Trusts) haben in Südostasien bereits ein Volumen von 21 Milliarden US-Dollar erreicht und sich zu einer bedeutenden Investorengruppe entwickelt. Dafür haben die sogenannten Core-Investoren, sicherheitsorientierte Anleger mit niedrigen Fremdfinanzierungsquoten, die Märkte noch nicht für sich erschlossen.

Insgesamt bewerten die Analysten die Markteckdaten als positive Vorzeichen für die Zukunft. ?Gleichwohl erwarten wir 2010 einen signifikanten Anstieg der Leerstände bei gleichzeitig weiterer Reduktion der Renditen? sagt Beyerle. Bis dahin würden rechnerisch mehr Objekte fertig gestellt sein, als in den gesamten sieben Jahren zuvor. (hb)

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