Immo-AGs nicht transparent genug

Deutsche Immobilienaktiengesellschaften sind nicht ausreichend transparent ? so lautet das Ergebnis des Transparenz-Ratings von Feri Rating & Research, Bad Homburg.

Der durchschnittliche Transparenzgrad aller bewerteten Unternehmen liege bei rund 36 Prozent. Transparenteste Gesellschaft ist laut Untersuchung die Berliner Polis AG mit 72 Prozent. Pikant: Feri ratet regelmäßig alle Immobilien dieser Gesellschaft.

Auf den Plätzen folgen Fair Value, München, mit 67 Prozent, Alstria Office (54 Prozent), Hamburg, IVG Immobilien (46 Prozent), Bonn, und Hamborner (44 Prozent), Duisburg. Schlusslichter seien die Berliner Orco Germany (24 Prozent), GBWAG und Dibag Industriebau, beide München, mit 18 beziehungsweise 15 Prozent. Deutlich transparenter präsentierten sich mit 62 Prozent einige offene Immobilienfonds, deren aktuelle Rechenschaftsberichte zum Vergleich ausgewertet wurden.

?Investoren am Kapitalmarkt strafen mangelnde Transparenz mit Risikoabschlägen ab. Angesichts der Ergebnisse des Transparenz-Ratings ist es nicht überraschend, dass bei vielen Gesellschaften der Börsenwert deutlich unterhalb des Net Asset Value liegt?, erklärt Helmut Knepel, Vorstand der Feri Finance AG. Zahlreiche Immobilienaktiengesellschaften verzichteten teilweise oder komplett darauf, Einzelverkehrswerte, Mieteinnahmen, Annahmen zur nachhaltigen Mieterträgen und Vermietungsquoten zu veröffentlichen.

Offene Immobilienfonds schneiden besser ab

Damit unterschieden sie sich wesentlich von offenen Immobilienfonds, die seit einigen Jahren deutlich transparenter aufträten. ?Immobilienaktiengesellschaften fehlt es insbesondere bei der Darstellung des Immobilienbestandes an der notwendigen Transparenz. Diese Informationen sind jedoch bei Gesellschaften, deren Wert sich überwiegend aus demImmobilienbestand ergibt, absolut erforderlich?, so Wolfgang Kubatzki, Leiter Real Estate bei Feri.

Bewertet wurden die Geschäftsberichte von Immobilienaktiengesellschaften ab einer Marktkapitalisierung von 50 Millionen Euro – den Fokus legt die Studie dabei auf Bestandsimmobilienhalter. In die Beurteilung fließen zu 75 Prozent die Transparenz bei der Vermögenssituation (Anlage- und Umlaufvermögen) sowie zu 25 Prozent die Komponenten Fremdkapital und die Berechnung des Nettosubstanzwertes ein, so Feri. Insgesamt lägen der Berechnung 230 Einzelkriterien zugrunde. Maßgeblich bestimmt werde das Rating durch die Transparenz auf Einzelobjektebene. (mo)

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