JLL: Umsatzeinbruch bei Hotelinvestments in der EMEA-Region

Parallel zum Einbruch des weltweiten Volumens von Hotelinvestments um 76 Prozent auf rund 14 Milliarden US-Dollar hat im ersten Halbjahr auch der Hotelmarkt in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) gelitten. Das Transaktionsvolumen liegt dort mit 4,3 Milliarden Euro 62 Prozent unter dem Vergleichswert aus der ersten Jahreshälfte 2007, so das Ergebnis des ?Hotel Investment Highlights?-Report des internationalen Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL).

Portfoliotransaktionen um über 70 Prozent gefallen

Mit 51 Prozent entfiel der überwiegende Teil der Transaktionen, die seit Jahresbeginn getätigt wurden, auf Pakete mehrerer Hotels. Bei diesen sogenannten Portfoliotransaktionen ging das Volumen gegenüber der Vorjahresperiode um 72 Prozent von 8,1 auf 2,2 Milliarden Euro zurück. Auch zeigten die meisten der in den ersten beiden Quartalen gehandelten Portfolios deutlich niedrigere Transaktionsvolumina als noch im Vorjahr. Lediglich sechs der 21 verkauften Portfolios hatten einen Preis von über 100 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 19 von 28 gewesen.

Auf Käuferseite dominierten in den ersten sechs Monaten unter anderem Hotelgesellschaften, die mit etwa einer Milliarde Euro 24 Prozent des Volumens ausmachten, und Privatinvestoren, die für etwa 720 Millionen Euro Hotels kauften und damit 17 Prozent zum Gesamtaufkommen beisteuerten. Private-Equity-Investments trugen zwar mit 1,1 Milliarden Euro 26 Prozent bei, allerdings vor allem aufgrund einer einzelnen Akquisition durch die finnische Gesellschaft Cap Man, so JLL.

Investoren aus Middle-East auf Shopping-Tour

Investoren aus dem nahen Osten haben ihre Aktivitäten stark ausgebaut. Waren sie als Käufer im ersten Halbjahr 2007 noch bei lediglich drei Deals oder sieben Prozent beteiligt, so investierten sie im laufenden Geschäftsjahr bereits 1,3 Milliarden Euro im Rahmen von zehn Transaktionen. Ihr Anteil am Gesamtvolumen ist damit schon auf 30 Prozent gestiegen. ?Die Aktivitäten dieser Anleger sind vor allem strategische Investitionen in Trophy Immobilien an Top Standorten. Dabei handelt es sich entweder um Luxusketten oder die Etablierung eigener, neu geformter Hotelgesellschaften?, so Christoph Härle, bei JLL Hotels Managing Director der Global Hotel Capital Group.

Für die zweite Hälfte erwartet JLL ähnlich gedämpfte Marktaktivitäten, wie im ersten Halbjahr: ?Mit einem prognostizierten Transaktionsvolumen von rund neun Milliarden Euro werden die Größenordungen der letzten drei Jahre (zwischen 16,6 und 21,6 Milliarden Euro) deutlich unterschritten, aber das Niveau des Jahres 2004 erreicht?, meint Härle. (hb)

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