14. Dezember 2009, 19:43
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Studie: Immobilienwirtschaft kümmert sich zu wenig um Klima-Risiken

Die Immobilienwirtschaft vernachlässigt die Risiken des Klimawandels, obwohl sie maßgeblich von dieser Entwicklung betroffen ist. Zu diesem Schluss kommen die Hypo Vereinsbank (HVB) und die Nachhaltigkeits-Rating-Agentur Oekom Research in einer aktuellen Analyse.

Klimakatastrophe-127x150 in Studie: Immobilienwirtschaft kümmert sich zu wenig um Klima-RisikenInsgesamt wurden im Rahmen der Studie die Klima-Risiken von 35 Branchen untersucht und bewertet. Ergebnis: Die Immobilien- und die Bauwirtschaft zeigt trotz ihrer vergleichsweise hohen Exponiertheit gegenüber Klimarisiken bisher wenig Bereitschaft, sich mit diesen zu beschäftigen.

Dabei gewinne das Thema Klimastrategie zunehmend an Bedeutung: „Die Ergebnisse des Klimagipfels in Kopenhagen werden unmittelbare Auswirkungen auf die Unternehmen haben, da sie deren Rahmenbedingungen direkt und indirekt beeinflussen“, erklärt Stefan Löbbert, Leiter Corporate Sustainability bei der HVB.

Anders als in der Immobilienbranche stellen sich Energieversorger, Öl- und Gasbranche sowie Automobilbranche der Studie zufolge auf den Klimawandel ein. Diese Sektoren seien noch stärker von den Risiken betroffen, hätten aber bereits begonnen, sich systematisch damit auseinander zu setzen.

„Sie bauen Know How und Strukturen im Unternehmen auf und erfassen ihre Treibhausgasemissionen“, sagt Rolf D. Häßler, Director Business Development bei Oekom Research.

Insgesamt zieht die Analyse ein kritisches Fazit: „Auch wenn die organisatorische Verankerung des Klimaschutzes zumindest in einigen Branchen auf einem guten Weg ist, lässt in der Gesamtschau die Qualität der konkreten Ziele und Programme zum Klimaschutz zu wünschen übrig.“

Die Autoren haben nicht nur die unmittelbaren physischen Risiken für Unternehmen in ihrer Betrachtung berücksichtigt – wie etwa Schäden an Gebäuden oder Infrastruktureinrichtungen durch extreme Wetterereignisse. Einkalkuliert wurden auch regulatorische Risiken, Veränderungen bei den Marktpreisen und beim Kundenverhalten sowie Reputationsrisiken.

Auch für Investoren rückt eine adäquate Klimapolitik künftig stärker in den Fokus, so die Einschätzung der HVB. „Die Frage, wie sich ein Unternehmen, entsprechend seiner Exponiertheit im Klimawandel auf diese Veränderungen vorbereitet, wird bei Entscheidungen im Kreditgeschäft und Assetmanagement eine größere Rolle spielen“, sagt Löbbert. (hb)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

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