Union und FDP wollen REITs den Wohnungserwerb erlauben

Das künftige schwarz-gelbe Regierungsbündnis beabsichtigt, Real Estate Investment Trusts (REITs) in Deutschland auch den Erwerb von Wohnimmobilien zu gestatten. Darauf haben sich die Finanzexperten der Union sowie der FDP laut dpa-Informationen in den Koalitionsverhandlungen in der Nacht zum Donnerstag verständigt.

Ziel sei, bisherige „überflüssige Hemmschwellen“ abzubauen und deutsche REITs für Investoren attraktiver zu machen. Die „schutzbedürftigen Interessen“ von Verbrauchern beziehungsweise Mietern sollen allerdings nicht vernachlässigt werden, so der Tenor.

Nach dem jetzigen REIT-Gesetz sind Investitionen in diese Bestandsmietwohnimmobilien ausgeschlossen. Künftig sollen die börsennotierten steuerbegünstigten Immobilien-AGs nun auch in Wohnimmobilien investieren können, die nach dem 31. Dezember 2006 gebaut wurden.

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Berlin, begrüßt die Überlegungen der künftigen CDU/CSU-FDP-Koalition: „Wir brauchen einen REIT mit Wohnimmobilien und Börsenwahlfreiheit, sonst droht der Anlageform in Deutschland ein Flop. Während andere Länder wie die USA, Großbritannien und Frankreich das Potenzial des Wohnimmobilienmarktes erkannt haben, wurde beim deutschen REIT die Wohnimmobilie bislang unverständlicher Weise ausgeklammert“, erläutert BFW-Präsident Walter Rasch.

Hintergrund: REITs sind seit 2007 auch in Deutschland zugelassen. Die steuerbegünstigten Aktien sollten ursprünglich den Immobilienmarkt ankurbeln. Marktdurchdringung oder gar Markterfolg waren bis dato jedoch ausgeblieben. Bis heute haben sich lediglich zwei Unternehmen zu einem REIT umgewandelt, acht befinden sich im Vor-REIT-Status und drei haben REIT-Pläne. Als Gründe dafür nennt die Branche sowohl das bislang zu enge regulative Korsett seitens des Gesetzgebers als auch die Folgen der Finanzkrise. (te)

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