Gewerbeimmobilien: Investmentmarkt stark gestartet

Die Investitionen in deutsche Gewerbeimmobilien haben im ersten Quartal 2010 stark zugenommen: Nach Angaben des Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL) stieg das Transaktionsvolumen auf fünf Milliarden Euro, was einem Plus von 176 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 entspricht.

laeuferin2-shutt_40267981„Erwartungsgemäß sind Einzelhandelsimmobilien im derzeitigen Markumfeld die Gewinner: Rund drei Milliarden Euro wurden in diesem Sektor investiert, im ersten Quartal damit bereits mehr als im gesamten Jahr 2009 zusammen“, sagt Marcus Lemli, Deutschlandchef Leasing & Capital Markets bei JLL. Damit liegt der Einzelhandelsanteil am Transaktionsvolumen bei 60 Prozent, gefolgt von Büroimmobilien mit rund 29 Prozent (1,4 Milliarden Euro).

Während im Jahr 2009 fast 90 Prozent des investierten Kapitals von deutschen Investoren kam, gibt es laut JLL nun eine Trendumkehr. Ausländische Investoren haben im ersten Quartal für rund zwei Milliarden Euro Immobilien gekauft und damit einen Anteil von 40 Prozent am Transaktionsvolumen erreicht.

Rund 45 Prozent des investierten Kapitals floss in eine der sieben Hochburgen, die in der Summe auf ein Transaktionsvolumen von 2,28 Milliarden Euro kamen. Absolut gesehen konnte in Berlin mit 590 Millionen Euro (Zuwachs 307 Prozent) das höchste Volumen erzielt werden. Bei den Wachstumsraten hat Köln mit einem Plus von 791 Prozent die Nase vorn, mit den aktuell investierten 490 Millionen Euro wurde das Jahresergebnis 2009 bereits im ersten Quartal fast erreicht.

In Hamburg wuchs das Transaktionsvolumen um 203 Prozent auf 440 Millionen Euro, in München um 113 Prozent auf 500 Millionen Euro. Düsseldorf verdoppelte seinen Umsatz auf 90 Millionen Euro. Einen Rückgang müssen Frankfurt und Stuttgart hinnehmen: In Frankfurt sank der Umsatz um zehn Prozent auf 135 Millionen Euro, in Stuttgart um 30 Prozent auf 35 Millionen Euro.

„Der Fokus der Investoren richtet sich zwar weiterhin auf Core-Investments, allerdings weicht dieser noch vor einigen Monaten als nicht verhandelbar geltende Investitionsgrundsatz langsam auf. Investoren richten ihr Augenmerk nun vermehrt auch auf Objekte mit kürzeren Mietvertragsrestlaufzeiten oder mit Leerstandsanteil, sofern Objekt- und Lagequalität stimmen“, ergänzt Helge Scheunemann, Chef Researcher bei JLL Deutschland. Dies liege auch daran, dass ein gewisser Investitionsdruck vorhanden sei, andererseits aber ein adäquates Angebot an Core-Produkten fehle.

Dieser Nachfragedruck hat laut JLL dafür gesorgt, dass die Spitzenrenditen zum Ende des Quartals in allen Assetklassen nachgegeben haben und somit die Immobilienpreise steigen. Vor allem im Bürosektor bleibe damit die gegenläufige Entwicklung von Vermietungs- und Investmentmärkten bestehen. „Während auf der Nutzerseite noch keine Trendwende erreicht wurde und die Mieten derzeit noch keinen Wendepunkt erkennen lassen, gaben die Büro-Spitzenrenditen über alle sieben Hochburgen im Schnitt um knapp 20 Basispunkte nach“, so Lemli. (bk)

Foto: Shutterstock

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