Schuldenkrise bremst GSW-Börsengang aus

Die Berliner Wohnimmobiliengesellschaft GSW hat ihren ursprünglich für Freitag angekündigten Börsengang vorerst abgeblasen. Die Griechenland-Krise hat den Investoren offensichtlich den Geschmack auf die Aktien verdorben.

GSW-Zentrale, Berlin
GSW-Zentrale, Berlin

Die jüngsten makroökonomischen Entwicklungen haben ohne Bezug zur GSW zu einer signifikanten Verschlechterung des Kapitalmarktumfeldes geführt, teilt das Unternehmen mit. Ein neues Zeitfenster für den Gang an die Börse nannte die GSW zunächst nicht.

Die Zeichnungsphase für den geplanten Börsengang hatte am Montag vergangener Woche begonnen. Die bis zuletzt zuversichtliche GSW bot ihre Aktien in einer Preisspanne von 15 bis 18,50 Euro an. Die bisherigen Eigentümer, der Whitehall-Fonds des US-Finanzriesen Goldman Sachs und der Private-Equity-Investor Cerberus, planten mit einem Emissionserlös in Höhe von 491 Millionen Euro. Gut die Hälfte davon sollte in ihre eigenen Kassen fließen. Beide Parteien hatten mit einem Abschlag von 30 Prozent auf den Nettovermögenswert der Beteiligung bereits Zugeständnisse gemacht. Anscheinend reichte die Nachfrage dennoch nicht aus, um die Aktien zu platzieren.

Mit einem Portfolio von rund 49.700 Wohnungen und 3,1 Millionen Quadratmeter Wohnfläche definiert sich die GSW als größte private Wohnimmobiliengesellschaft Berlins. Im Geschäftsjahr 2009 erzielte das Unternehmen laut eigenen Angaben Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 133,6 Millionen Euro (Vorjahr: 129,3 Millionen Euro). Das operative Ergebnis betrug 229 (185,7) Millionen Euro und der Konzernüberschuss 172,1 (107,7) Millionen Euro.

Der bereits börsennotierte GSW-Wettbewerber Deutsche Wohnen hat unterdessen sein Bedauern über die Verschiebung des Listings zum Ausdruck gebracht. „Ein weiteres börsennotiertes Wohnungsunternehmen mit großen Beständen in Berlin hätte verstärkt die Aufmerksamkeit auf die positiven wirtschaftlichen Perspektiven der Hauptstadt lenken können“, lässt die Immobilien-AG verlautbaren. Mit einer börsennotierten GSW sei außerdem das Interesse internationaler Investoren am deutschen Wohnimmobilienmarkt gestärkt worden. (hb)

Fotos: Shutterstock, commons.wikimedia.org

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