Wohnen: Mieten, Preise und Investments legen zu

Scheinbar unbeeindruckt von der Finanz- und Wirtschaftskrise befindet sich der deutsche Wohnimmobilienmarkt weiter im Aufwärtstrend. Im zweiten Halbjahr 2009 sind in sieben der acht Städte, die Jones Lang LaSalle (JLL) in seinen Residential City Profiles untersucht hat, die angebotenen Durchschnittsmieten angestiegen. Bei den Angebotspreisen für Eigentumswohnungen zeigten sechs von acht untersuchten Städten eine steigende Tendenz.

hafencity„Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung auf den Wohnungsmärkten ist neben dem stetig wachsenden Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung aus strukturschwachen und ländlichen Räumen, die Zunahme vor allem von jungen Einpersonen-Haushalten in Großstädten. In vier der acht untersuchten Städten liegt deren Anteil bereits über der 50 Prozent-Marke“, so Stefan Mergen, Leiter Residential Valuation Advisory JLL Deutschland. Mergen weiter: „Diese Single-Haushalte, einschließlich der vielen Wochenendpendler, haben höhere Ansprüche an Lage, Größe und Qualität des Wohnraums. Damit verstärkt sich der Druck auf die Wohnungsmärkte.“

Ferner sei eine für die erhöhte Nachfrage weiterhin unzureichende Bautätigkeit zu beobachten. „Der Mangel an Baulandreserven wird dieses Problem zukünftig noch verschärfen“, so Mergen. In Frankfurt beispielsweise werde immer stärker versucht mit Nachverdichtungen und mit der Bebauung von ehemaligen Verkehrs- und Industrieflächen sowie mit Flächenumnutzungen neuen Wohnraum zu schaffen und damit den Markt zu entspannen.

Ein weiterer problematischer Trend ist die häufige Konzentration neuer Projekte lediglich auf den hochwertigen Wohnungsbau. Dadurch profitiert nur eine bestimmte Klientel von innerstädtischen Wohnbauprojekten, während finanziell und sozial benachteiligte Bevölkerungsschichten in die Vorstädte verdrängt werden. „Diese Gefahr wird aber mittlerweile erkannt und proaktiv angegangen“, so Mergen. Beispielsweise hat der Hamburger Senat seine Absicht bekundet, zukünftig mehr Bauflächen für Wohnungsbauprojekte zur Verfügung zu stellen sowie bei Grundstückvergaben nicht mehr allein auf den Preis, sondern verstärkt auf das Konzept des Bieters zu schauen. Andernorts, wie bei Teilflächen des Europaviertels in Stuttgart, gibt es die Verpflichtung, bei überwiegend gewerblich genutzten Neubauten auch einen gewissen Anteil an Wohnungen zu realisieren.

Residential City Profiles – Mietwohnungsmarkt

Die höchsten Mieten wurden nach JLL-Zahlen auch im zweiten Halbjahr 2009 in München mit durchschnittlich 12,30 Euro pro Quadratmeter und Monat verlangt. Selbst im günstigen Süd-Osten Münchens (Berg am Laim, Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach) ist der Durchschnittswert mit 10,90Euro pro Quadratmeter und Monat deutlich höher als die Angebotsmieten in den zentralen Lagen der meisten anderen Großstädte.

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