King-Sturge-Index: Stimmung in der Immobilienwirtschaft lässt deutlich nach

Die Turbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten hinterlassen auch in der deutschen Immobilienwirtschaft ihre Spuren. Der mittlerweile von Jones Lang LaSalle (JLL) erhobene King Sturge Immobilienkonjunktur-Index gab im Monat August deutlich nach.

haus-index-abwaerts-shutt_24953752Das umfragebasierte Immobilienklima, eine der zwei Hauptkomponenten des Indexes, das als Stimmungsindikator fungiert, sank um 6,2 Prozent auf 135,0 Zählerpunkte (Vormonat: 143,9). Dies ist laut JLL der stärkste Rückgang des vergangenen Halbjahres. Die Stimmung der über 1.000 befragten Marktteilnehmer liege damit wieder auf dem Niveau von Dezember 2010.

Der Stimmungsrückgang wurde durch beide Teilkomponenten des Immobilienklimas verursacht. So fiel das Investmentklima, das die Bereitschaft zu Investitionen anzeigt, auf 137,1 Zähler (Vormonat: 147,1). Das Ertragsklima, das die Stimmung zur Miet- und Ertragsentwicklung spiegelt, sank von 140,8 auf 132,9 Zählerpunkte.

„Nach den jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten ist es kaum verwunderlich, dass sich der King Sturge Immobilienkonjunktur-Index eintrübt“, sagt Helge Scheunemann, Head of Research Deutschland bei JLL. „Aber der Index stürzt keineswegs derart heftig ab wie der Crash an der Börse hätte vermuten lassen. Zwar ist die Immobilienwirtschaft von den teils desaströsen Entwicklungen an den Börsen und Währungsfronten auch betroffen, aber lange nicht so gravierend – zumal die Immobilienmärkte von der anhaltenden Flucht in die Sachwerte auch durchaus profitieren.“

Der Stimmungsabschwung spiegelt sich laut JLL vor allem im Gewerbesektor. Das Büroklima fiel um 8,6 Prozent auf 124,5 Zähler, das Handelsklima um 6,5 Prozent auf 132,2 Punkte. Die Einschätzung im Sektor Wohnimmobilien hingegen zeigt sich laut JLL vom allgemeinen Abwärtstrend relativ unbeeinträchtigt. Das Wohnklima gab lediglich um 1,1 Prozent nach und erreichte 165,3 Punkte.

Auch die zweite Hauptkomponente des King Sturge Index, die auf Wirtschaftsdaten wie den ifo-Geschäftsklimawerten, Dax, Dimax, Zinsen und Staatsanleihen basierende Immobilienkonjunktur weist für den Monat August einen Verlust von 3,4 Prozent aus und pendelte sich bei 212,5 Zählern ein.

Nach Einschätzung von JLL sind die weiteren Aussichten unsicher. „Der deutsche Konjunkturmotor läuft zwar noch, aber deutlich gebremst, da sich die Weltwirtschaft spürbar abkühlt und die deutsche Exportwirtschaft allen Prognosen nach in Mitleidenschaft ziehen wird. Das hat wiederum Auswirkungen auch auf die Binnenkonjunktur – und somit auf die einzelnen Segmente der Immobilienwirtschaft,“ so Scheunemann. (bk)

Foto: Shutterstock

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