17. April 2012, 08:17
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Auch wenn die Zinsen locken – nicht überstürzt bauen oder kaufen

Die eigenen vier Wände: In Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen rückt dieser Traum auch für jene näher, die sich bisher an die Finanzierung einer so hohen Summe nicht herangetraut haben. Damit der Traum nicht zum Albtraum wird, gilt es, folgende Tipps zu beachten.

Gastkommentar von Günter Schönfeld, Wüstenrot Immobilien

Günter Schönfeld ist Geschäftsführer von Wüstenrot Immobilien aus dem Wüstenrot & Württembergische-Konzern

Günter Schönfeld, Wüstenrot Immobilien

1. Welche Immobilie ist die passende?

Wer Immobilienbesitzer werden möchte, ist gut beraten, zunächst den persönlichen “Kaufpreis-Spielraum” für die eigenen vier Wände mit einem erfahrenen Finanzierer zu klären. Ist das Budget bekannt, kann gezielt und effektiv nach der individuellen Wunsch-Immobilie gesucht werden, sei es Neu- oder Altbau. Gerade wenn ein älteres Haus oder eine Wohnung in einer bereits bestehenden Immobilie gekauft werden sollen, stellt sich immer auch die Frage nach dem geforderten Kaufpreis. Ist dieser angemessen? Und was muss in das Haus, in die Wohnung noch hineingesteckt werden, um die Bausubstanz zu erhalten oder zu verbessern, Energie zu sparen und die Wohnnebenkosten gering zu halten? Bei der Klärung solcher Fragen helfen Immobilienspezialisten und professionelle Immobilienmakler mit einer Immobilienbewertung. Sie prüfen für “kleines Geld” (wenige hundert Euro) den aktuellen Marktwert. Gebäudesachverständige geben auf Wunsch Tipps zu einer sinnvollen Sanierung, gerade im Energiebereich, und können aufzeigen, welche Fördermittel von Staat oder Land es dafür gibt.

2. Beim Immobilienerwerb immer das Umfeld bedenken

Niemand sollte niemand einfach nur “irgend ein Haus” bauen oder kaufen, weil es sich aktuell finanzieren lässt. Achtung insbesondere vor vermeintlichen “Schnäppchen”. In beliebten Vierteln, gerade in Großstädten, besteht die Gefahr, dass Häuser und Wohnungen heute schon überteuert sind, zumal die Angebote knapp sind. Deshalb ist die Frage zu stellen, ob die Immobilie ein Schnäppchen weil es wenig Angebote gibt, oder ob es der Preis wirklich wert ist. Wertentwicklungen und Preisspiralen entwickeln sich selten im Gleichklang, jedenfalls wenn es nach oben geht. Nach wie vor entscheidet die Lage einer Immobilie ganz wesentlich darüber, ob Haus oder Wohnung auch in Jahrzehnten noch wertvoll und gegebenenfalls gut zu verkaufen sind, wenn etwa die Kinder auf eigenen Füßen stehen und weniger Platz benötigt wird. Zudem ist das Umfeld – Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, Nachbarschaft, Freizeitmöglichkeiten – wichtig, um sich wohl zu fühlen. Gleichwohl gilt: Wenn die Lage auch super sein mag – Mondpreise sind selten gerechtfertigt.

Seite 2: Nicht vom aktuellen Zinsniveau blenden lassen

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