Der Baufinanzierungs-Ratgeber

Sondertilgungenen gehören bereits zum Standard

Immobiliendarlehen sind nicht nur in der Laufzeit deutlich variabler geworden, auch bei der Tilgung gibt es mehr Optionen. „Die Möglichkeit zu Sondertilgungen gehört mittlerweile schon zum Standard vieler Anbieter und wird oft ohne Zinsaufschlag geboten. In der Regel können bis zu fünf Prozent der Darlehenssumme pro Jahr außerordentlich getilgt werden“, sagt Günther.

„Nutzt der Darlehensnehmer Sondertilgungsmöglichkeiten, sinkt der Zinsanteil in der Jahresrate und der Tilgungsanteil steigt. Das heißt, die Gesamtlaufzeit des Kredits verkürzt sich“, erläutert Weitz. Falls ein Aufschlag verlangt wird, sollte der Kunde nach Ansicht von Gawarecki genau abwägen, in welcher Höhe er Extrazahlungen leisten kann. „Dann kann er entscheiden, ob die kostenpflichtige Sondertilgung im vollen Umfang notwendig und nutzbar ist.“

Neben der gängigen Option einer fünfprozentigen Sondertilgung räumen manche Anbieter auch höhere Summen ein. „Die wenigsten Bauherren benötigen eine zehnprozentige Sondertilgung und eine jährliche Tilgungsveränderung. Wenn eine Bank derartige optimale Optionen anbietet, sollte man sich freuen und die Option einarbeiten, aber dafür eigentlich keinen Zinsaufschlag bezahlen“, führt Herbst aus.

Dies bietet den Vorteil, dass der Immobilienkäufer die Höhe der monatlichen Tilgung nicht bis zum Anschlag ausreizen muss und so mehr finanziellen Spielraum für eventuelle Ausgaben hat oder umgekehrt finanzielle Überschüsse zur Entschuldung einsetzen kann.

Ähnlich steht es mit der Option auf einen Wechsel der Tilgungshöhe. Ein Doppelverdienerpaar beispielsweise könnte mit einer hohen Tilgung von drei bis vier Prozent starten und in der Familiengründungs-phase, wenn einer der Partner eine Auszeit nimmt, die Tilgungshöhe zurückfahren.

„Viele Anbieter bieten sogar mehrfache kostenlose Wechsel an“, sagt Smolak. Aber nicht nur junge Familien, auch andere Immobilienkäufer können sich auf diese Weise etwa für den Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Einkommenseinbußen finanziellen Spielraum schaffen, oder umgekehrt mit einer niedrigen Tilgung starten und diese im Laufe der Jahre erhöhen.

Variable Darlehen wenig gefragt

Manche Eigenheimbesitzer setzen in der aktuellen Situation auch auf Darlehen mit variablem Zinssatz. Bei diesen Krediten berechnet sich der Zins nach dem Euribor, dem Satz, zu dem sich die Banken Geld leihen. In der Regel erfolgt alle drei Monate eine Zinsanpassung an das aktuelle Niveau.

Die gesamte Finanzierungssumme auf diese Weise zu finanzieren, dürfte allerdings für die meisten Käufer zu riskant sein, da sie auf keine Weise gegen Zinsanstiege gesichert sind. Zudem verlangen die Banken in diesem Fall eine sehr gute Bonität.

Seite 4: Baufi-Ratgeber: Vorsicht bei Darlehen mit variablem Zinssatz

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