Krise wirkt auf Mieten und Renditen europäischer Gewerbeimmobilien

Die Verschärfung der Eurokrise hat sich laut der Immobilienberatung Knight Frank auf den Markt für Gewerbeimmobilien in Europa ausgewirkt. Obwohl Mieten und Renditen in den letzten drei Monaten in der Mehrzahl der Städte stabil geblieben sind, verzeichneten einige wenige Märkte fallende Mieten und steigende Renditen.

GewerbeimmobilienDie entsprechenden Zahlen hat Knight Frank in ihren „European Market Indicators“ veröffentlicht, die 25 europäische Städte, darunter Frankfurt und München, abdecken. Seit zwei Jahren ist die gewichtete Spitzenmiete im Durchschnitt erstmals gesunken, und zwar um 0,5 Prozent. Grund hierfür sind nach Interpretation der internationalen Immobilienberatung niedrigere Spitzenmieten in Brüssel (minus 6,8 Prozent), Barcelona (minus 5,9 Prozent), Mailand (minus ein Prozent) und Dublin (minus 0,6 Prozent). An allen anderen Standorten haben sich die Mieten im letzten Quartal kaum verändert. Das bedeutet umgekehrt, so Knight Frank, dass die Mieten in Städten wie Paris, Warschau, Stockholm und Moskau, die im Laufe des letzten Jahres gestiegen waren, zum Stillstand gekommen sind.

„Zwar war das Plus an diesen Standorten in den letzten zwölf Monaten gering, doch nun scheint das Wachstum endgültig ausgebremst zu sein“, kommentiert Matthew Colbourne, Senioranalyst aus dem internationalen Research von Knight Frank. Und weiter: „Mieter und Vermieter warten erst einmal ab, wie sich die Krise in der Eurozone weiter entwickelt. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Daher könnten die Mieten im Laufe des Jahres auch an weiteren Standorten nachgeben.“

Auf dem Investmentmarkt sind die gewichteten Renditen für Top-Büroobjekte im Schnitt laut Knight Frank im zweiten Quartal leicht gestiegen. Sie haben um 4 Basispunkte auf 5,62 Prozent zugelegt. Das Ergebnis hat sich demnach durch Renditeanstiege in Mailand und Madrid um jeweils 25 Basispunkte verändert. In allen anderen europäischen Märkten sind die Renditen stabil geblieben. Doch die Stimmung auf dem Investmentmarkt sinkt nach Beobachtung der Immobilienberater – vor allem in Südeuropa geht das Transaktionsvolumen zurück. Knight Frank sieht deshalb die Gefahr weiterer Renditekorrekturen.

„Beste Objekte in Top-Lagen werden indes gefragt bleiben“, relativiert Andrew Sim, Knight Frank’s Leiter für europäisches Investment. „In den stabilen und liquiden Zentren besteht eine hohe Nachfrage von sehr reichen Privatpersonen, von Staatsfonds und Institutionen aus dem Nahen Osten und Asien. Hier rechnen wir mit stabilen Renditen.“ (te)

Foto: Shutterstock

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