Anzeige
Anzeige
17. März 2012, 08:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Großanleger: Nicht alle in einen Topf

Institutionelle Investoren gelten nicht erst seit gestern als interessante Anlegergruppe. Allerdings ist es auch kein Geheimnis, dass es sich dabei um eine äußerst heterogene Investorengruppe handelt, die unterschiedliche Produktlösungen braucht.

Gastkommentar von Jürgen F. Kelber, Conwert/Alt &Kelber

Jürgen F. Kelber, geschäftsführender Direktor der Conwert Immobilien Invest SE und Geschäftsführer der Alt & Kelber Immobiliengruppe

Jürgen, F. Kelber, Conwert

Die Anlagekriterien von Kirchen und Stiftungen beispielsweise unterscheiden sich derart deutlich von jenen anderer Gruppen, dass gemeinsame Investments etwa mit Versicherungen meist nicht in Frage kommen. Initiatoren von Fondsprodukten und Assetmanager müssen ihre Angebote daher gezielt auf die besonderen Anforderungen der jeweiligen Anlegergruppen ausrichten.

Bei der Anlage ihrer Gelder steht bei der Investorengruppe der Kirchen vor allem die langfristige Anlage im Fokus. Entsprechend beläuft sich der Planungshorizont häufig auf mindestens 15 bis 20 Jahre, wohingegen andere institutionelle Investoren wie Versicherungen je nach Investment oft geringere Zeiträume von rund zehn Jahren avisieren. Unter anderem deshalb investieren Kirchen nicht oder nur in Ausnahmefällen gemeinsam mit jenen weniger langfristig orientierten Investoren. Ähnliches gilt übrigens für Stiftungen. Auch sie haben ein Interesse an langwierigen Investments und bleiben dabei gern unter sich. Zwar kann es zunächst aufwändiger sein, entsprechende Beteiligungsprodukte zu konzipieren. Dieser anfängliche Zeitaufwand gleicht sich aber unter Umständen wieder aus. Denn Stiftungen treffen Investitionsentscheidungen vergleichsweise schnell, da an der Vermögensverwaltung weniger Personen beteiligt sind als beispielsweise bei Pensionskassen.

Ein Blick auf die aktuelle Assetallocation von Kirchen und Stiftungen zeigt, mit welchen Anlageklassen sie dem relativ langen Planungshorizont unter anderem gerecht werden: Neben Rentenpapieren werden vor allem Immobilien bevorzugt. Eine Studie von Lloyd Fonds belegt, dass diese beiden Anlegergruppen im Gegensatz zu anderen institutionellen Investoren bereits vergleichsweise stark in Immobilien investiert sind. So machen Immobilienanlagen bei Stiftungen 23 Prozent aus, bei Kirchen 18,9 Prozent. Zum Vergleich: Bei Versicherungen beträgt der Immobilienanteil im Portfolio laut Studie 16,1 Prozent, bei Pensionskassen 14,7 Prozent und bei Versorgungswerken 8,4 Prozent. Betrachtet man alle untersuchten Gruppen institutioneller Investoren, beispielsweise auch Banken und Family Offices, liegt der Immobilienanteil bei nur 7,3 Prozent.

Seite 2: Zielgruppe mit hohem Potenzial und hohen Anforderungen

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...