Anzeige
18. Juli 2012, 09:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienwirtschaft befürchtet eingeschränkte Kreditvergabe

Trotz historischen Zinstiefs bleibt die Finanzierungssituation in der Immobilienwirtschaft weiter angespannt. Eine flächendeckende Kreditklemme sei derzeit zwar nicht zu befürchten, die Finanzierungssituation könnte sich in den kommenden Monaten aber verschlechtern, so eine ZIA-Umfrage.

Immobilienwirtschaft befürchtet eingeschränkte Kreditvergabe

Axel von Goldbeck, ZIA

Im Rahmen der aktuellen Umfrage des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) wurde Führungskräften und Entscheidungsträgern aus der deutschen Immobilienwirtschaft befragt. “Die Immobilienwirtschaft wird zumindest bei Immobilienprojekten im zweistelligen Millionenbereich ausreichend mit Krediten versorgt. Wir sind weit entfernt von einer Kreditklemme, sehen jedoch erste dunkle Wolken am Finanzierungshimmel. Bedenklich stimmen uns vor allem die Bankenregulierungsvorhaben der EU, der Wegfall wesentlicher Immobilienfinanzierungsinstitute und die Beschränkung der Hypothekenkreditvergabe durch viele andere Banken. Dadurch wird mittel- und langfristig das verfügbare Hypothekenkreditvolumen nachhaltig begrenzt. Ein Ersatz für die wegbrechenden Volumina ist bislang nicht in Sicht. Der negative Ausblick der Umfrageteilnehmer zeigt, dass die Branche unsere Bedenken teilt”, kommentiert Axel von Goldbeck, Sprecher der Geschäftsführung des ZIA.

Die Finanzierungssituation wird sich laut 56,4 Prozent der Befragten in den kommenden Monaten nicht wesentlich verbessern. Im Gegenteil: 41,8 Prozent der befragten Branchenteilnehmer rechnet bis Ende des Jahres mit schwieriger werdenden Finanzierungsbedingungen und nur 1,8 Prozent der Befragten geht von einer Besserung aus.

Immobilienwirtschaft befürchtet eingeschränkte Kreditvergabe

Rund ein Drittel (32,1 Prozent) der Befragten schätzt die allgemeinen Finanzierungsbedingungen zurzeit als außerordentlich schwierig ein. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 gaben drei Viertel der Befragten an, die allgemeinen Finanzierungsbedingen seien außerordentlich schwierig. Kreditaufnahmen seien laut ZIA-Interpretation der Umfrage-Ergebnisse jedoch weiterhin möglich. Unproblematisch sei vor allem die Kreditvergabe bei kleineren Immobilienprojekten, beziehungsweise Portfolios: Nur 7,1 Prozent der Befragten gab an, dass die Finanzierung im zweistelligen Millionenbereich schwierig oder fast unmöglich ist. Auch für große Immobilienprojekte und Finanzierungen fänden sich zum Teil Kreditgeber. Allerdings sei das nicht einfach: Immerhin 35,7 Prozent der Befragten sagte, dass Finanzierungen ab 200 Millionen Euro schwierig oder fast unmöglich zu bekommen sind.

Immobilienwirtschaft befürchtet eingeschränkte Kreditvergabe

Als problematisch erwiesen sich bestehende Kreditengagements. Für 48,2 Prozent der Befragten gestaltet sich die Prolongation von Darlehen schwierig und 44,6 Prozent gaben an, dass Kreditinstitute derzeit verstärkt diskutieren, wenn beispielsweise bestimmte Covenants nicht eingehalten werden. “Die Unternehmen bekommen die Prolongation zwar in der Regel, die Banken erhöhen jedoch die Margen. Wegen des geringen Zinsniveaus ist das derzeit verkraftbar. Sobald das Zinsniveau ansteigt, werden die Unternehmen Probleme bekommen”, sagt von Goldbeck.

Immobilienwirtschaft befürchtet eingeschränkte Kreditvergabe

(te)

Foto: ZIA

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Digitalisierung: “Technische Infrastruktur wird Erfolgsfaktor”

Die Digitalisierung stellt Versicherer und Vertriebe vor enorme Herausforderungen. Denn neben dem Aufbau neuer IT-Strukturen oder effizienter Backend-Prozesse geht es auch um Prozesse zur Digitalisierung des Vertriebs und der Kundenbetreuung.

mehr ...

Immobilien

Brände zerstören Teile Kaliforniens – auch Thomas Gottschalks Haus betroffen

Gewaltige Brände im Norden und Süden Kaliforniens haben Hunderte Quadratkilometer Wald vernichtet und Tausende Häuser zerstört. Nach Angaben des kalifornischen Feuerwehrverbands CPF mussten rund 250.000 Menschen vor den Flammen fliehen. Auch die Häuser zahlreicher Prominenter sind betroffen.

mehr ...

Investmentfonds

Ölpreise steigen wieder

Nach den Verlusten der vergangenen Wochen, ziehen die Ölpreise wieder an. Das liegt unter anderem an dem knapperen Angebot. Ob die Opec-Mitglieder ihre Fördermenge in nächster Zeit reduzieren, ist unentschieden. Russland und Saudi-Arabien sind unterschiedlicher Meinung.

mehr ...

Berater

Bundesregierung warnt Banken vor hartem Brexit

Die Bundesregierung mahnt die Finanzbranche, sich trotz jüngster Lichtblicke bei den Brexit-Verhandlungen auf einen möglichen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU einzustellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP kauft drei weitere Pflegeheime

Die INP-Gruppe aus Hamburg hat drei Pflegeeinrichtungen der Wolf-Gruppe aus Eschwege, Hessen, übernommen. Zwei der drei Immobilien wurden für den offenen Spezial-AIF “INP Deutsche Pflege Invest” erworben, die dritte für einen Publikumsfonds.

mehr ...

Recht

PRIIP und die UCITS-KIID: Fallstricke in der Umstellung?

Das ifa-Ulm sieht bei der Umstellung von UCITS-KIID zu PRIIP-spezifischen Angaben neue Herausforderungen auf die Versicherer zukommen. Denn gerade beim Umgang mit laufenden Jahresbeiträgen liefern die technischen Regulierungsstandards keine klaren Vorgaben.

 

mehr ...