ZIA: Politik sollte altersgerechten Wohnungsumbau fördern

Die Bundesregierung sollte nach Einschätzung des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) den steigenden Bedarf an altersgerechten Wohnungen in Deutschland stärker berücksichtigen. Denkbar seien auch Investitionen aus den Mitteln der Pflegeversicherung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich anlässlich des zweiten Demografiegipfel der Bundesregierung am 14. Mai die Bedeutung der Immobilienwirtschaft für den altersgerechten Umbau. Sie stellte klar, dass nach richtigen Förderinstrumenten gesucht werden müsse, um energetische Gebäudesanierung und Umbau in altersgerechte Wohnungen zusammen zu initiieren.

Drei Millionen Wohnungen bis 2020 benötigt

Der frühere Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Professor Dr. Wolfgang Schuster, betonte in der anschließenden Diskussion, dass die Bundesregierung bereits für 2020 mit einem Bedarf von drei Millionen altersgerechten Wohnungen rechne. Zurzeit entsprächen allerdings erst 600.000 der existierenden 42 Millionen Wohnungen entsprechenden Standards. Zudem müsse das Problem angegangen werden, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf 3,5 Millionen ansteigen werde.

„Es ist gut, dass die Bundesregierung auch beim Thema Demografie die Immobilienbranche als wichtigen Partner identifiziert hat und jetzt auch über weitere Anreize zum altersgerechten Umbau und zur energetischen Gebäudesanierung nachdenkt“, kommentiert ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. „Der ZIA setzt in diesem Zusammenhang auch auf den gewerblichen Markt als Anbieter entsprechend ausgestatteter Wohnungen, da Anbieter Investitionen immer der Nachfrage anpassen werden.“ Dabei würden aber bestehende Vorschriften, Regulierungen und Verzögerungen bei Baugenehmigungsverfahren als Gift für Investitionen wirken.

Daher solle die Politik auch diese Thematik bedenken und Lösungen entwickeln, wenn es um die Bereitstellung von altersgerechtem Wohnraum geht. Es müssten zudem neue Modelle entwickelt werden, wie aus der Pflegeversicherung Investitionen getätigt werden können, um selbstbestimmtes Leben im Alter zu gewährleisten, so Mattner. Der ZIA gehört zu den bedeutendsten Interessenverbänden der Immobilienbranche und vertritt rund 170 direkte Mitglieder sowie 21 Verbände mit insgesamt 37.000 Mitgliedern. (bk)

Foto: Shutterstock

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