Prognose: Bauzinsen bleiben weiter niedrig

Nach Einschätzung der Deutschen Bank bleiben die Bedingungen für eine Baufinanzierung in Deutschland weiterhin günstig. Dank niedriger Zinsen ist Wohneigentum nach wie vor erschwinglich, auch wenn sich die Preise regional sehr unterschiedlich entwickeln.

Dank niedriger Zinsen bleibt Wohneigentum erschwinglich.

Niedrige Baugeldzinsen dürften auch in den kommenden Monaten den Erwerb von Wohneigentum erleichtern, so die Prognose der Deutschen Bank.

Im ersten Quartal 2013 verlangten deutsche Banken für Wohnbaudarlehen mit 5- bis 10-jähriger Zinsbindung im Durchschnitt einen Zins von 2,8 Prozent.

„Auch in der zweiten Jahreshälfte sollte sich Baugeld nicht wesentlich verteuern“, so Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung der Deutschen Bank.

Verhaltene Konjunkturaussichten

Hintergrund der günstigen Zinsentwicklung sind die verhaltenen Konjunkturaussichten in Deutschland und Europa.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland fiel im 1. Quartal 2013 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn sich die Konjunktur zum Jahresende etwas belebt, erwartet die Deutsche Bank für 2013 insgesamt ein BIP-Wachstum von nur 0,1 Prozent.

Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche in Südeuropa hat die Europäische Zentralbank ihren Leitzins auf 0,5 Prozent herabgesetzt.

Die anhaltenden Wirtschaftsprobleme in der Peripherie des Euroraums dürften dafür sorgen, dass der Leitzins weiterhin niedrig bleibt.

Anstieg der Baugenehmigungen

Die niedrigen Bauzinsen begünstigen eine rege Bautätigkeit in Deutschland. Im 1. Quartal 2013 stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 13 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres.

Hier machen sich steigende Einkommen und höhere Beschäftigung ebenso bemerkbar wie der verstärkte Zuzug in Wachstumsregionen.

Mehr Wohnungsbau kann mittelfristig helfen, den starken Preisanstieg in einigen Regionen zu dämpfen, so die Experten der Deutschen Bank.

Starke regionale Unterschiede

Zwar entwickeln sich die Preise für Wohneigentum von Region zu Region sehr unterschiedlich.

Besonders Großstädte wie München oder Frankfurt liegen im Trend und weisen bei einem begrenzten Angebot an Wohnraum entsprechend starke Preissteigerungen auf.

„Insgesamt bleibt Wohneigentum im langjährigen Vergleich aber erschwinglich, da niedrige Zinsen und steigende verfügbare Einkommen auch höhere Preise für Häuser und Wohnungen bezahlbar machen.

Trotz gestiegener Preise ist Wohneigentum in Deutschland daher im Schnitt deutlich erschwinglicher als noch vor zehn Jahren“, sagt Eva Grunwald. (mh)

Foto: Shutterstock

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