8. Oktober 2013, 17:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

OIF-Verkäufe bieten Chancen

Offene Immobilienfonds (OIFs) in Deutschland, die sich in der Abwicklung befinden, müssen bis 2017 Objekte im Wert von 19 Milliarden Euro verkaufen. Daraus ergeben sich attraktive Anlagemöglichkeiten in europäischen Nicht-Core-Märkten, geht aus dem Halbjahresbericht von DTZ zu Deutschlands OIFs hervor.

Verka Ufe-254x300 in OIF-Verkäufe bieten Chancen

Zahlreiche Objekte von Offenen Immobilienfonds stehen zum Verkauf.

Das Vermögen der OIF in Deutschland beträgt nach Recherchen von DTZ aktuell schätzungsweise 82 Milliarden Euro. Davon entfallen 19 Milliarden Euro auf 17 Fonds, die ihre Objekte im Zuge der Abwicklung verkaufen müssen. Drei der Fonds in Abwicklung gehören zu den zehn größten OIF nach verwaltetem Vermögen.

Aktive Vermarktungsstrategien

„Der genaue Fahrplan für die anstehenden OIF-Verkäufe wird jedoch nicht nur von den Abwicklungsterminen bestimmt, sondern auch von einer aktiv verfolgten Vermarktungsstrategie“,erklärt Magali Marton, Head of CEMEA Research bei DTZ.

„Wenn es streng nach Abwicklungsfrist ginge, müsste 2017 das Jahr mit dem höchsten Verkaufsvolumen werden. Doch einige große OIF gehören trotz längerer Abwicklungsfristen bereits jetzt zu den aktiven Verkäufern. Diese Vermarktungsstrategie hat ihnen ermöglicht, das derzeit hohe Anlegerinteresse an 1A-Immobilien zu nutzen und Spitzenpreise zu erzielen”, so Marton.

Die OIF-Objektverkäufe seit 2012 summieren sich bis zum dritten Quartal 2013 auf 4,8 Milliarden Euro.

Viele Verkäufe betrafen Fonds, deren Abwicklungsfristen 2013 und 2014 auslaufen. Weitere Objekte im Wert von 0,9 Milliarden Euro stehen im vierten Quartal 2013 zum Verkauf.

Im Schnitt zwei Prozent Abschlag auf Buchwert

Im Schnitt wiesen die erzielten Verkaufspreise einen Abschlag von lediglich zwei Prozent auf den Buchwert auf. Während Fonds, die unter Zeitdruck standen, Abschläge von durchschnittlich 15 Prozent hinnehmen mussten, konnten OIF mit längeren Veräußerungsfristen Preise mit einem Aufschlag von bis zu 19 Prozent auf den letzten Buchwert durchsetzen.

„Das legt die Vermutung nahe, dass OIF ihre besten Objekte als erste abstoßen, da diese der aktuellen Investorennachfrage entsprechen. Allgemein ist festzustellen, dass die OIFs eine geschickte Vermarktung betreiben, was umso bemerkenswerter ist, wenn man die Zwangssituation der Fondsabwicklung bedenkt”, sagt Marton.

Die OIFs in Abwicklung halten nach DTZ-Angaben derzeit noch einen Immobilienbestand von sieben Millionen Quadratmetern in Europa. Dieser Bestand konzentriert sich auf Deutschland (34 Prozent), die Benelux-Länder (20 Prozent) und Südeuropa (18 Prozent). Dabei verfügt ein überproportional hoher Anteil der im Jahr 2014 abzuwickelnden Fonds über Immobilienbestände in Südeuropa und Osteuropa.

Attraktive Chancen im Jahr 2014

„Auf Grundlage der jüngsten Vermarktungsstrategien und der verbleibenden Bestände an OIF-Immobilien erwarten wir, dass sich im Jahr 2014 attraktive Anlagemöglichkeiten ergeben werden“, wirft Hans Vrensen, Global Head of Research bei DTZ, einen Blick in die Zukunft.

„Dies trifft vor allem auf OIF-Bestände zu, die es in den europäischen Non-Core-Märkten zu veräußern gilt, also etwa Benelux, Südeuropa und Osteuropa. Angesichts der deutlichen Abschläge auf Buchwerte, die bei Verkäufen auf diesen Märkten in letzter Zeit zu beobachten waren, dürften Investoren von weiteren OIF-Verkäufen auf diesen Märkten profitieren”, so Vrensen. (mh)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Die Top 5 der Woche: Versicherungen

Was waren die Klicker der Woche? Welche Versicherungsthemen stießen bei den Lesern von Cash.Online auf besonders großes Interesse? Unser neues wöchentliches Ranking zeigt es auf einen Blick.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbau: IVD fordert geänderte Bauordnungen

Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, sieht enormes Potenzial für neue Wohnungen durch den Ausbau von Dachgeschossen und Nachverdichtung. Dem stehen jedoch vielerorts Bauvorschriften, Norman und Auflagen im Weg.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Auch in dieser Woche hat die Cash.Online-Redaktion untersucht, welche Investmentfonds-Themen die Leser am stärksten interessierten. Die fünf meistgeklickten Artikel des Ressorts finden sie hier:

mehr ...

Berater

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...