Anzeige
8. April 2013, 12:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Patrizia erwirbt Wohnungsunternehmen GBW von Bayern LB

Die rund 92-prozentige Beteiligung der Bayern LB an der GBW AG geht an ein von der Patrizia Immobilien AG geführtes Investorenkonsortium. Dieses hat den Zuschlag an dem im Freiverkehr notierten Wohnungsunternehmen in einem Bieterverfahren erhalten. Der Verwaltungsrat der Landesbank hat die Entscheidung heute genehmigt.

Egger1 in Patrizia erwirbt Wohnungsunternehmen GBW von Bayern LB

Wolfgang Egger, Patrizia

Die Transaktion steht noch unter dem üblichen Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Die Patrizia hat nach Auskunft der Bayern LB am Ende des seit Mitte Oktober 2012 laufenden Bieterprozesses “das wirtschaftlich in jeder Beziehung beste Angebot abgegeben”. Der endgültige Abschluss der Transaktion soll übereinstimmenden Information der beteiligten Parteien zufolge noch im Laufe des zweiten Quartals 2013, unmittelbar nach der bevorstehenden Hauptversammlung der GBW AG am 15. Mai 2013, erfolgen. Der Bruttokaufpreis für dieses Aktienpaket entspricht einer Unternehmensbewertung der GBW von 2,453 Milliarden Euro beziehungsweise 17,58 Euro pro von der Landesbank gehaltenen Aktie. Laut Bayern LB entspricht dies einem Buchgewinn von rund 200 Millionen Euro. Die Beteiligung der Landesbank an der GBW AG beläuft sich auf 50,19 Millionen Aktien – das entspricht circa 91,93 Prozent.

Wohnungsportfolio in Bayern

Die GBW AG verfügte zum 31. Dezember 2012 über einen eigenen Immobilienbestand von circa 32.000 Wohnungen und rund 300 Gewerbeeinheiten ausschließlich in Bayern. Im Jahr 2012 generierte das Unternehmen mit seinem Bestand Mieteinnahmen in Höhe von 149,5 Millionen Euro.

Das Erwerber-Konsortium besteht aus einer Gruppe von deutschsprachigen berufsständischen Versorgungswerken, Versicherungen, Sparkassen und Pensionskassen. Patrizia wird sich nach eigenen Angabenals Co-Investor mit etwa 58 Millionen Euro beteiligen. In Zusammenhang mit dieser Transaktion sollen weitere Kaufverträge über Aktienpakete abgeschlossen werden, so dass insgesamt circa 96,5 Prozent der Aktien an der GBW AG erworben werden. Patrizia wird eigenen Angaben zufolge als Investment- und Assetmanager im Rahmen dieses Investments tätig sein. Eine Verschmelzung der GBW AG auf die Immobilien AG ist demnach ausgeschlossen.

Die Zahlung des Kaufpreises für das gesamte Aktienpaket erfolgt Patrizia-Angaben zufolge vollständig aus Eigenkapital. Die bestehenden Kreditverbindlichkeiten der GBW AG werden übernommen und sollen mittelfristig anteilig zurückgeführt werden.

“Die GBW-Transaktion ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein unserer Wachstumsstrategie auf dem Weg zum führenden, vollstufigen Immobilien-Investmenthaus Europas. Wir sind ganz besonders erfreut, dass sich weit mehr als die Hälfte der Investoren, die sich gemeinsam mit uns am Erwerb der LBBW Immobilien GmbH (heute Süddeutsche Wohnen) beteiligt haben, auch am Konsortium zum Erwerb der Anteile an der GBW AG beteiligt haben”, kommentiert der Patrizia-Vorstandschef Wolfgang Egger.

Umfangreiche Sozialcharta als Bestandteil des Kaufvertrags

Bestandteil des Kaufvertrags ist eine Sozialcharta.Regelungen im Interesse der Mieter umzusetzen. Dazu gehört insbesondere die Verpflichtung, explizite den einzelnen Mieter schützende Regelungen so schnell wie rechtlich möglich, spätestens binnen 15 Monaten nach Übernahme der Aktienanteile in die einzelnen Mietverträge der heutigen GBW- Mieter zu übernehmen. So haben die heutigen Mieter künftig einen zehnjährigen Kündigungsschutz, während dieser Zeit dürfen beispielsweise keine Kündigungen wegen Eigenbedarf ausgesprochen werden. Über 60-jährigen und behinderten Bewohnern wird dieser Kündigungsschutz dauerhaft eingeräumt. Beides gilt auch im Falle des Weiterverkaufs von Wohnungen. Mieterhöhungen werden für die heutige Mieterschaft über den Bestand für die Dauer von fünf Jahren nur sehr eingeschränkt zugelassen. Für die heutigen Mieter sind ferner Luxusmodernisierungen für den Zeitraum von fünf Jahren ohne deren Zustimmung ausgeschlossen. Außerdem hat sich der Erwerber verpflichtet, über den gesamten Bestand in den nächsten fünf Jahren mindestens 15 Euro pro Quadratmeter zu investieren. Im Falle der Weiterveräußerung von Wohnungen innerhalb der ersten drei Jahre ist ein Vorkaufsrecht für die jeweilige Kommune hinsichtlich des dort befindlichen Wohnungsbestandes fixiert. Das gesetzliche Vorkaufsrecht für den Mieter bleibt hiervon natürlich unberührt.

Um die Einhaltung der Sozialcharta zu gewährleisten, will Patrizia eine Ombudsmann-Stelle einrichten, die direkt beim Vorstand angesiedelt ist. “Wir wollen, dass die Mieter zufrieden sind und in ihren Wohnungen bleiben” macht Egger deutlich. Zudem hat sich der Erwerber bis 2022 verpflichtet, jährlich einen von unabhängigen Wirtschaftsprüfern erstellten Bericht vorzulegen. Bei Nichtbeachtung der Verpflichtungen werden Konventionalstrafen fällig. In Hinblick auf die rund 360 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der GBW AG hat sich die Patrizia dazu verpflichtet, eine Aufrechterhaltung von Betriebsvereinbarungen für einen Zeitraum von fünf Jahren sicherzustellen.

Für die Bayern LB war der Verkauf – ebenso wie der der Landesbausparkasse an die bayerischen Sparkassen zum Jahresende 2012 – Erfüllung einer Verpflichtung aus der Entscheidung der EU-Kommission vom 25. Juli 2012. (te)

Foto: Patrizia

 

 

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...