Baufinanzierung verteuert sich leicht

Die Kosten für ein Immobiliendarlehen sind nach den Ergebnissen des Trendindikators Baufinanzierung (DTB) von Dr. Klein im Juli 2013 gestiegen. Zudem legte die durchschnittliche Zinsbindungsdauer zu.

Nachdem die durchschnittliche Standardrate für eine Immobilienfinanzierung im Mai mit 555 Euro monatlich einen Tiefstwert erreicht habe und im Juni bei 573 Euro lag, sei im Juli ein weiterer Anstieg auf 596 Euro verzeichnet worden, teilt Dr. Klein mit.

Die Standardrate gibt jeweils an, welcher monatliche Betrag für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zehnjähriger Sollzinsbindung, einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent und zweiprozentiger Tilgung zu zahlen ist.

Trendwende in Sicht?

Hintergrund der höheren Standardrate sind die in Summe leicht angestiegenen Baufinanzierungszinsen. „Die kommenden Monate werden zeigen, ob dies die Trendwende zu steigenden Finanzierungsraten darstellt“, kommentiert Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, Lübeck.

Laut Europace Hauspreis-Index haben sich im Juli die Kaufpreise für Immobilien – insbesondere für Eigentumswohnungen – weiter verteuert. Infolge der steigenden Immobilienpreise kletterte laut Dr. Klein auch die durchschnittliche Darlehenshöhe um 2.000 Euro auf 163.000 Euro. Im Vorjahresvergleich lag sie noch bei 154.000 Euro.

Die Darlehen wurden im Juli im Schnitt mit einem höheren Fremdkapitalanteil finanziert als im Vormonat. Der durchschnittliche Beleihungsauslauf stieg von 76,65 Prozent auf 78,43 Prozent und nähert sich damit dem Wert des Vorjahresmonats (78,39 Prozent). „Mit 21,57 Prozent liegt der Eigenkapitalanteil über den von uns empfohlenen 20 Prozent für eine solide Baufinanzierung“, so Gawarecki.

Im Juli ging der durchschnittliche Tilgungssatz laut Dr. Klein von seinem bisherigen Höchstwert von 2,44 Prozent auf 2,28 Prozent zurück. Die Tilgung liege damit noch über den von Experten empfohlenen zwei Prozent, die für eine schnelle Entschuldung wichtig sind.

Quote der Finanzierungen mit Festzins steigt

Der Anstieg der durchschnittlichen Sollzinsbindung auf 11 Jahre und 9 Monate zeige, dass Darlehensnehmer auf eine lange Zinsbindung achten, um sich die niedrigen Zinsen für einen längeren Zeitraum zu sichern. Das große Sicherheitsbewusstsein äußere sich auch im Anstieg des Anteils von Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz. Er nahm von 69,45 Prozent auf 71,00 Prozent zu.

„Das parallele Anziehen des Anteils variabler Darlehen von 1,35 Prozent auf 1,50 Prozent könnte mit den anstehenden Wahlen zusammenhängen. Denn derzeit ist unklar, welche Veränderungen nach der Bundestagswahl auf dem Zins- und Wohnungsmarkt zu erwarten sind“, kommentiert Gawarecki. (bk)

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Quelle Grafik: Dr. Klein,  Foto: Shutterstock

 

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