Londoner Immobilienmarkt zieht ausländische Investoren an

Der Londoner Immobilienmarkt zieht Anleger aus dem Ausland in großer Zahl an. Nach Angaben der Immobilienberatung Knight Frank gaben sie im Jahr 2012 rund 2,2 Milliarden Pfund (2,6 Milliarden Euro) allein für den Kauf von Neubauobjekten in Central London aus.

Gegenüber dem Vorjahr mit einem Ergebnis von rund 1,8 Milliarden Pfund (2,14 Milliarden Euro) sei der Umsatz um 22 Prozent gestiegen, so Knight Frank. Die Anleger kamen 2012 demnach aus insgesamt 52 Ländern, wobei vor allem Käufer aus dem asiatischen Raum stark vertreten waren.

An der Zahl der Transaktionen gemessen haben unter den ausländischen Investoren laut Knight Frank Käufer aus Singapur (23 Prozent) die meisten Objekte erworben, gefolgt von Hongkong (16 Prozent), China (fünf Prozent), Malaysia (vier Prozent) und Russland (drei Prozent). Mit 27 Prozent entfalle der Löwenanteil allerdings auf britische Käufer. 33 Prozent der nicht-britischen Käufer von Neubauten investieren laut Knight Frank in London, um ihren Kindern eine Wohnung für das Studium in der britischen Hauptstadt zu sichern.

„Es gibt drei wichtige Gründe, warum Ausländer ihr Geld in London anlegen“, kommentiert Gráinne Gilmore, die das Research für Wohnimmobilien in Großbritannien bei Knight Frank leitet. „Erstens geht es um die Wachstumschancen und die Diversifikation von Kapital. Zweitens winken vielen Ausländern attraktive Wechselkurse zum Pfund. Und Drittens lockt London als Top-Standort in Sachen Bildung.“ Besonders für Asiaten seien die Bildungsinstitutionen interessant.

Mehr Investoren aus China erwartet

Für das aktuelle Jahr rechnet Knight Frank damit, dass die hohe Nachfrage der wichtigsten ausländischen Investorengruppen anhält und der Anteil der britischen Anleger am Marktgeschehen steigt. Mehr Investitionen erwarten die Immobilienexperten vor allem aus China, wo Lockerungen für Kapitalverlagerungen ins Ausland anstehen.

„Das Interesse ausländischer Anleger an Londoner Immobilien ist nicht neu, aber die wirtschaftlichen und finanziellen Veränderungen seit 2007 haben die Bedingungen für ausländische Anleger verändert“, kommentiert Gilmore. „Die Zahl der Nationalitäten, die hier in Neubauten investieren, steigt. Vor allem Anleger aus einigen aufstrebenden Volkswirtschaften, in denen das Wirtschaftswachstum während der Finanzkrise stabil war, bringen ihr Kapital immer öfter nach London.“ (bk)

Foto: Shutterstock

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