Immobilienfinanzierung: Wenn eine zu geringe Tilgung zum Risiko wird

Das aktuell niedrige Zinsniveau für Baufinanzierungen macht den Erwerb eines Eigenheims für Kaufinteressenten sehr attraktiv. Es lauern aber auch Gefahren. Das Zinsniveau könnte in den nächsten Jahren auch wieder steigen. Immobilienkäufer sollten ihre Anfangstilgungen hoch ansetzen.

Gastbeitrag von Wolfgang Kubatzki, Feri Euro Rating Services AG

Wolfgang Kubatzki: „Die historisch niedrigen Hypothekenzinsen verleiten immer mehr Kaufwillige zum Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie.“

Die eigenen vier Wände sind der Traum vieler Menschen. Doch der kann bekanntermaßen auch zum Alptraum werden. Infolge des aktuellen Niedrigzins nimmt die Gefahr zu: Die historisch niedrigen Hypothekenzinsen verleiten immer mehr Kaufwillige zum Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie. Insbesondere in Kombination mit einer zu geringen Anfangstilgung droht vielen Eigentümern spätestens nach Auslaufen der Zinsbindung ein böses Erwachen.

Mangel an Alternativen macht Wohnimmobilien attraktiv

Die Preise für Wohnimmobilien steigen vielerorts. Obwohl diese Entwicklung teils lautstark beklagt wird, hält sie jedoch immer weniger Kaufwillige von ihrem Vorhaben ab, Wohneigentum zu erwerben. Der Grund liegt in den historisch niedrigen Zinsen. Sie sorgen zwar dafür, dass Anlagealternativen fehlen, sie gleichen aus Sicht vieler Käufer aber auch die gestiegenen Kaufpreise aus.

Prognose: Steigende Zinsen

Für ein Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren fordern Banken derzeit je nach Bonität des Kreditnehmers nur etwa zwei Prozent Zinsen. Zum Vergleich: In den 1980er und 90er Jahren lag die Hypothekenlast meist zwischen sieben und zehn Prozent, teilweise sogar darüber. Doch wer garantiert, dass die Zinsen auf dem niedrigen Stand von heute bleiben? Fakt ist, dass niemand weiß, wie hoch die Zinsen in zehn Jahren sein werden. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit werden sie aber den gegenwärtigen Wert übertreffen.

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Finanzielle Opfer durch hohe Anfangstilgungen vermeiden

Um den daraus resultierenden negativen Folgen zu entgehen, sollten Immobilienkäufer schon heute eine möglichst hohe anfängliche Tilgung vereinbaren. Wem hierbei mindestens zwei Prozent zu hoch sind, der läuft Gefahr, nach dem Auslaufen der Zinsbindung die Kreditraten nicht mehr zahlen zu können, wenn die Hypothekenzinsen zu diesem Zeitpunkt wieder ein höheres Niveau erreicht haben.

Ein Kaufinteressent sollte sich daher sehr genau überlegen, ob er eine Wohnung beziehungsweise ein Eigenheim erwirbt, wenn er die wahrscheinlich höheren Zinsen in zehn Jahren nicht oder nur unter größten Entbehrungen zahlen kann.

Seite zwei: Kredite schneller abbezahlen

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