Wohninvestment-Index-AWI zeigt Ungleichgewicht am Markt

Die Miet- und Kaufpreissteigerungen von Immobilien stoßen in mittleren und gehobenen Lagen an Grenzen. Das geht aus dem quartalsweise erstellten Wohninvestment-Index-AWI des Immobiliendienstleistungsunternehmens Aengevelt, Düsseldorf, hervor.

Anleger schätzen den Wohnimmobilienmarkt verhaltener ein als in den letzten Jahren.

Der Wohninvestment-Index AWI ist laut Aengevelt im Frühling um 0,3 Zählerpunkte gestiegen und liegt aktuell mit 69,9 Punkten knapp zehn Punkte über dem Marktgleichwicht von 40 bis 60 Punkten.

Der aktuelle Stand sei ausschließlich Folge der Entwicklung in den einfachen Lagen. In den mittleren und guten Lagen gaben die Subindizes dagegen nach.

Wohninvestment-Index-AWI: Starke Nachfrage nach einfachen Lagen

In gehobenen Lagen sank der lagedifferenzierte AWI seit dem Winter 2013/2014 um 2,4 Zählerpunkte und liegt aktuell bei 69,0 Zählerpunkten. Der Subindex der mittleren Lagen fiel im Quartalsvergleich um 0,3 Zählerpunkte und liegt nun bei 73,7 Punkten.

Der Subindex für einfache Lagen erhöhte sich um zwei Punkte auf 64,7 Punkte und überlagert laut Aengevelt die Entwicklung in mittleren und gehobenen Lagen.

Für Markus Schmidt, Leiter Aengevelt-Research, ist dies allerdings kein Grund zur Entwarnung. „Die Miet- und Kaufpreissteigerungen der letzten Jahre führen zu Ausweichreaktionen auf günstigere Wohnlagen“, kommentiert Schmidt. „Entsprechend erwarteten 51 Prozent der Befragungsteilnehmer auch in den einfachen Lagen einen Anstieg des Mietpreisniveaus.“

Der Wohninvestment-Index-AWI steht derzeit bei 69,9 Zählerpunkten und überschreitet damit das Marktgleichgewicht zugunsten der Vermieter.

Mietwohnungs-Index-AMI

Der Mietwohnungs-Index-AMI, der die Angebots- und Nachfragesituation sowie die Preislage am Mietmarkt erfasst, zeigt laut Aengevelt für gute Lagen eine Verbesserung der Angebotssituation für Mieter an. Dort ist der Index zum fünften Mal in Folge gefallen und liegt in der aktuellen Frühlingsbefragung bei 69,4 Punkten. Im Quartalsvergleich ist ein Rückgang von 1,5 Punkten zu verzeichnen (Winter 2013/2014: 70,9 Punkte).

Der AMI für mittlere Lagen fiel im Quartalsvergleich um 1,0 Punkte auf 75,2 Punkte und nimmt Aengevelt zufolge Kurs auf das Marktgleichgewicht.

In einfachen Lagen liegt der AMI-Subindex seit Herbst 2012 (60,7 Punkte) laut Aengevelt außerhalb des Marktgleichgewichts zu Ungunsten der Mieter. Der aktuelle Wert von 66,9 Punkten rangiert 0,1 Punkte unter dem Vorquartalswert, nachdem er davor drei Mal in Folge gestiegen ist.

Vermieter dominieren den Mietmarkt

Trotz unterschiedlicher Tendenzen in einfachen, mittleren und guten Lagen zeigte der AMI mit 71,5 Punkten über alle Lagen weiterhin ein Marktungleichgewicht zu Ungunsten der Mieter an.

Immer weniger Mieter können durch einen Umzug selbst bei deutlicher Verkleinerung der Wohnfläche ihre absolute Miete reduzieren, so Aengevelt. Das dämpfe Mietsteigerungspotentiale, da immer weniger Haushalte umziehen. Mieterhöhungen seien besonders bei Neuvermietungen möglich. Im Bestand seien die Spielräume hingegen häufig bereits ausgeschöpft.

Seite zwei: Leerstandsquote fällt

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