Anzeige
Anzeige
8. Dezember 2014, 12:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Verschärfung des Maklerrechts: Sachkunde stärken

Die beschlossenen Maßnahmen der Großen Koalition wie das Bestellerprinzip und das Widerrufsrecht werden die Immobilienvermittlung in großen Teilen verändern. Was bedeuten die Verschärfungen für die Makler und was bringen sie den Verbrauchern? Gastkommentar von Günter Schönfeld, Wüstenrot Immobilien

Wüstenrot Maklerrecht Bestellerprinzip

“Es ist nicht zu erwarten, dass durch das Bestellerpinzip mehr Mietwohnungen auf den Markt kommen.”

Große Veränderungen stehen der Immobilienwirtschaft bevor: Der 2013 verfasste Koalitionsvertrag der Großen Koalition beinhaltet Vorhaben, die die Immobilienvermittlung in großen Teilen verändern wird. Bereits umgesetzt ist das Widerrufsrecht bei Maklerverträgen, das zum Verbraucherschutz beitragen soll.

In der Realisierungsphase befindet sich das Bestellerprinzip, welches definiert, dass derjenige, der den Makler bestellt, auch bezahlt. Die Verordnung zur Verschärfung des Maklerrechts wurde vom Bundeskabinett am 1. Oktober 2014 beschlossen und soll im ersten Halbjahr 2015 in Kraft treten. Was bedeuten die Verschärfungen für die Makler und was bringen sie den Verbrauchern?

Einführung eines Sachkundesnachweises

Wer heute Makler werden will, hat es leicht: Mit einem sauberen polizeilichen Führungszeugnis, einer Negativerklärung des Bundeszentralregisters, dass keine Insolvenzvergehen vorliegen und mit der Bezahlung der Gewerbeerlaubnis beim Gewerbeamt ist man schon dabei. Ein Sachkundenachweis darüber, dass der Makler beispielsweise in einschlägigen immobilienwirtschaftlichen Fachgebieten, wie der Immobilienbewertung, dem Miet- und Wohnungseigentumsrecht oder dem öffentlichen und privaten Baurecht ausgebildet ist, wird nicht verlangt. Dabei können Beratungsfehler bei mangelndem Fachwissen schnell zu Fehlentscheidungen und zu Vermögensschäden bei Vertragsparteien führen.

Durch die Einführung eines Sachkundenachweises und Standards vergleichbarer Berufsgruppen sollen bundeseinheitliche Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards geschaffen werden. Davon profitieren sowohl der Kunde als auch die Maklerwelt, denn Wissen und Leistung werden klar definiert. Die erheblichen Vermögenswerte, um die es meist bei Immobilienverkäufen geht, erfordern darüber hinaus eine entsprechende Absicherung, etwa über eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Die Relevanz einer solchen Maßnahme wurde auch von der Politik erkannt. Es werden eine Pflichtversicherung und Mindestanforderungen gefordert, um Makler und Kunde besser zu schützen.

Widerrufsrecht bei Maklerverträgen im Praxistest

Für einen größeren Verbraucherschutz wurde von der Bundesregierung bereits Mitte des Jahres ein Widerrufsrecht eingeführt. Dies verpflichtet die Makler, ihre Kunden über ein ihnen zustehendes Widerrufsrecht der Maklerverträge zu belehren. Ein Verbraucherschutz wie er bei Online-Bestellungen beispielsweise sinnvoll ist, kann aber nur schwer mit Investitionsvorhaben wie dem Immobilienerwerb gleichgesetzt werden.

Die Erfahrung bei Wüstenrot Immobilien zeigt: Seit der Einführung am 13. Juni 2014 wurden nur sechs Maklerverträge widerrufen. Die Umsetzung der Verordnung in der Maklerorganisation mit neuen Verträgen, Schulungen und anderem hat hingegen einen mittleren fünfstelligen Betrag gekostet. Trotzdem ist bei fehlender Transparenz die Widerrufsfrist als Instrument des Verbraucherschutzes sinnvoll und gerechtfertigt. Im besten Fall sollte für den Kunden aber erst gar kein Grund zur Widerrufung des Vertrags bestehen.

Seite 2: Bestellerprinzip in der Umsetzung

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...