Anzeige
Anzeige
17. September 2015, 14:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Der Wunsch nach Wohneigentum ist groß”

Cash. sprach mit Christoph Zschaetzsch, Leiter Baufinanzierung bei der Deutschen Bank, über die aktuell hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien und die Zinsentwicklung.

Deutsche Bank Baufinanzierung

“Wir sehen noch keine Preisblase bei deutschen Immobilien.”

Cash.: Die Käufernachfrage nach Wohnimmobilien ist derzeit hoch. Worin liegen die Gründe dafür?

Zschaetzsch: Dank eines intakten Markt-umfelds, attraktiver Mietrenditen und steigender Preise bleiben Wohnimmobilien für private Käufer unverändert interessant. Durch das günstige Baugeld entsteht im privaten Bereich häufig ein höheres Erschwinglichkeitsgefühl für Immobilien. Bei Kunden mit einem Immobilienwunsch erleichtert das die Entscheidung, jetzt ihren Traum vom eigenen Heim zu realisieren.

Besteht die Gefahr einer Immobilienblase?

Wir sehen noch keine Preisblase bei deutschen Immobilien. Im Großen und Ganzen handelt es sich eher um eine Normalisierung eines lange unterbewerten Marktes. Inflationsbereinigt liegen Immobilien in Deutschland derzeit auf dem Preisniveau von 1999. Allerdings haben die Preise und Mieten für Neubauwohnungen zuletzt deutlich stärker angezogen als die von Bestandswohnungen. Dies gilt vor allem in einigen Ballungsräumen wie Frankfurt, Hamburg oder München. Dort steigen die Preise insbesondere in den Top-Lagen aufgrund hoher Nachfrage schneller als die Mieten, was die Mietrenditen tendenziell drückt. In besonders stark nachgefragten Regionen können nach wie vor gute Mietrenditen erzielt werden. Beim Immobilienkauf für Selbstnutzer und Anleger ist es natürlich immer entscheidend, Objekt und Entwicklung vor Ort genau unter die Lupe zu nehmen.

Schlägt sich die hohe Nachfrage nach Immobilien auch in einem Anstieg der Baufinanzierungen nieder?

Ja, der Baufinanzierungsmarkt hat in den vergangenen Jahren zugelegt. Im Schnitt betrug das Wachstum rund zwei bis drei Prozent. Zum Jahresende 2014 hatte die Nachfrage nach Immobilienkrediten angezogen, was sich entsprechend auch in den Volumina niederschlug. Insgesamt zeigt der deutsche Markt dennoch eine weitaus geringere Dynamik als in anderen Ländern, wo Preissteigerungen für Immobilien mit weitaus deutlicheren Anstiegen der Kreditvolumina einhergingen.

Deutschland ist im europäischen Vergleich ein Land mit relativ niedriger Wohneigentumsquote. Zeichnet sich derzeit ein Mentalitätswandel ab?

Wohneigentumsquoten verändern sich eher längerfristig. In Deutschland ist der Anteil der Eigenheimer seit Ende der 1990er-Jahre gestiegen und dieser Trend dürfte sich aller Voraussicht nach fortsetzen. Das ist zum einen strukturell bedingt, weil ältere Haushalte häufiger Eigentümer sind und deren Anzahl wächst. Zum anderen ist der Wunsch nach Eigentum weiterhin groß und soweit die Bedingungen günstig sind, wird die Chance, diesen zu verwirklichen, auch genutzt.

Die Baufinanzierungszinsen sind in den vergangenen Monaten gestiegen. Wird sich diese Entwicklung fortsetzen?

Die Bauzinsen in Deutschland sind immer noch sehr niedrig. Zwar haben aktuell die Anleiherenditen gegenüber Tiefstständen Mitte April deutlich angezogen, sie befinden sich aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Baugeld war im zweiten Quartal günstiger im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der weiterhin lockeren Geldpolitik der europäischen Zentralbank dürfte Baugeld daher auch in den kommenden Monaten relativ günstig bleiben, wenngleich der Tiefpunkt bei den Bauzinsen möglicherweise erreicht worden ist.

Das Gespräch führte Barbara Kösling, Cash.

Foto: Deutsche Bank

 

 

 

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Börsen-Ausblick 2018 – Altersvorsorge – Immobilienmarkt Deutschland – Finanzvertrieb-Trends

Ab dem 14. Dezember im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

SPD will bei Bürgerversicherung private Kassen erhalten

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat das Vorhaben seiner Partei verteidigt, in einer möglichen Großen Koalition eine Bürgerversicherung einzuführen. Mit einer Abschaffung der privaten Krankenkassen rechnet er jedoch nicht. “Auch in einem anderen System wird Wettbewerb unter 120 Anbietern herrschen”, sagte Weil der “Welt am Sonntag”.

mehr ...

Immobilien

“Lukratives Marktsegment”

Über die Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes und Anlagechancen im Mietwohnungsbau sprach Cash. mit Hans-Peter Werner, Leiter Projektentwicklung der DIE Deutsche Immobilien Entwicklungs AG (DIE AG).

mehr ...

Investmentfonds

Ifo-Präsident fordert Regulierung von Bitcoin

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, will nicht ausschließen, dass sich Bitcoin dauerhaft etablieren könnte. Aber es sei möglich, dass die Finanzstabilität durch Investitionen von Institutionen in die Kryptowährung gefährdet sei.

mehr ...

Berater

Hin zum Versicherungsschutz als Paketlösung

Gewerbe zieht. Die Produktpalette der Versicherungen nimmt stetig zu. Die Gesellschaften schicken vor allem modulare Produktepakete ins Rennen, die mit einer Unterschrift das volle gewerbliche Versicherungsrisiko abdecken sollen.

Gastbeitrag von Alexander Lipp, Softfair GmbH, in Zusammenarbeit mit Maximilian Alpers, Softfair GmbH.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immac investiert in Pflegezentren und Betreiber in Irland

Die Hamburger Immac Gruppe hat in Dublin drei stationäre Pflegezentren und den Betrieb der Beechfield Group erworben. Die Transaktion bilde den Auftakt für ein langfristiges Engagement von Immac in Irland.

mehr ...

Recht

Versicherungsanlageprodukte: Vermittlung nach Umsetzung der IDD

Die Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtline IDD in deutsches Recht bringt auch neue Anforderungen an die Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten mit sich. Konkrete Informationspflichten und Wohlverhaltensregeln ergeben sich aus der “Delegierten Verordnung” der EU.

mehr ...