Immobilienblase: Stabilitätswächter wollen Vorsorge

Zur Vermeidung von Preisblasen auf dem deutschen Immobilienmarkt in Folge der Niedrigzinsen sollte die Finanzaufsicht mit zusätzlichen Eingriffsrechten ausgestattet werden. Das hat der Ausschuss für Finanzstabilität am Dienstag in Berlin gefordert.

Eine übermäßige Verschuldung und Preisblasen am Immobilienmarkt sollen vermieden werden.

Auf diese Weise solle eine kreditgetriebene Überhitzung am Immobilienmarkt in Deutschland verhindert werden.

Mindestanforderungen für Kreditfinanzierung von Wohnimmobilien

Aus Sicht der Stabilitätswächter sollte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Mindestanforderungen für die Kreditfinanzierung von Wohnimmobilien einführen können. Das betreffe etwa die Höhe des Mindest-Eigenkapitals oder eine Mindesttilgung.

Auf diese Weise könnten eine übermäßige Verschuldung und Preisblasen am Immobilienmarkt begrenzt werden. Betont wird zugleich, dass Empfehlung zur Schaffung solcher Instrumente nur vorsorglich sei: „Ein konkreter Anwendungsbedarf wird derzeit nicht gesehen“, heißt es in einem Bericht an den Bundestag. Dem Gremium gehören die Spitzen des Finanzministeriums, der Bundesbank sowie der Bafin an. Ziel ist, früher und schlagkräftiger auf Fehlentwicklungen zu reagieren.

„Risiken für die Finanzstabilität“

Der 2013 gestartete Ausschuss hat den Angaben zufolge vor allem die Auswirkungen der niedrigen Zinsen auf den Wohnimmobilienmarkt, die Kreditinstitute und Lebensversicherer erörtert. „Die Ergebnisse der Analysen und Stresstests legen nahe, dass die makroökonomischen Risiken weiterhin aufmerksam beobachtet werden sollten“, heißt es.

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Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch erklärte: „Die niedrigen Zinsen bergen weiterhin Risiken für die Finanzstabilität.“ Hinzu kämen Risiken aus dem europäischen und internationalen Umfeld. „Die deutschen Banken und Versicherer sollten daher ausreichend Kapital aufbauen und gegebenenfalls Gewinne einbehalten, um auch gegen makroökonomische Risiken gewappnet zu sein.“

Bafin-Chef Felix Hufeld betonte mit Blick auf eine erweiteren Eingriffsrechte, es gehe zunächst einmal darum, neue Instrumente überhaupt zu schaffen: „Wir müssen vorbereitet und handlungsfähig sein, wenn es darauf ankommt, wenn also Risiken akut werden. Noch sind wir allerdings nicht im Handlungsmodus.“

Auch Finanzstaatssekretär Thomas Steffen stellte klar, es gehe darum, bei möglichen Risiken handeln zu können: „Deshalb haben wir heute beschlossen, den Werkzeugkasten für die Aufsicht zu ergänzen.“ Im Ausschuss für Finanzstabilität sitzen die öffentlichen Institutionen, die sich mit der Überwachung des Finanzsystems auf nationaler Ebene befassen, wie die Bundesbank und die Bafin.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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