1. April 2015, 11:53
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Umfrage: Mietpreisbremse verfehlt ihre Wirkung

Die Mietpreisbremse kommt, vergangene Woche billigte der Bundesrat das neue Gesetz. Das Online-Portal Immowelt befragte Fachleute aus der Immobilienwirtschaft zu den Folgen. Viele glauben, dass die Mieten trotz des Deckels weiter steigen.

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Schlüsselübergabe: Die Mietpreisbremse gilt nur bei Wohnungen, die neu vermietet werden.

Viele Vermieter haben bisher, wenn eine Wohnung frei wurde, die Mieten kräftig erhöht. Mit der beschlossenen Mietpreisbremse will die Bundesregierung den Anstieg der Mieten in Ballungsgebieten bekämpfen. Die neue Miete darf laut dem Gesetz künftig nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Den Ergebnissen einer Umfrage des Nürnberger Online-Portals Immowelt zufolge sind Fachleute aus der Immobilienwirtschaft allerdings skeptisch: 80 Prozent der deutschen Makler glauben demnach nicht, dass das Gesetz seinen Zweck erfüllen wird.

Mietpreisbremse mit zahlreichen Schlupflöchern

Das Gesetz sieht einige Einschränkungen vor: Die Mietpreisbremse gilt nur für Mietverträge, die neu abgeschlossen werden. Neu gebaute Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 fertiggestellt wurden, sind ebenso ausgeschlossen wie aufwändig modernisierte Wohnungen.

Die Renovierungskosten müssen nach Angaben von Immowelt in so einem Fall etwa ein Drittel der Kosten für einen vergleichbaren Neubau betragen. Und so halten auch gerade einmal sechs Prozent der Makler die Mietpreisbremse für ein wirksames Instrument gegen steigende Mieten. Knapp die Hälfte (49 Prozent) ist laut Immowelt hingegen davon überzeugt, dass es viele Schlupflöcher gibt, um doch höhere Mieten durchzusetzen.

Prognose: Kleinere Renovierungen lohnen sich für Vermieter nicht

Gleichzeitig glauben nach den Ergebnissen der Umfrage 78 Prozent der Makler, dass die Mietpreisbremse zu Renovierungsstaus führen könnte. Kleinere Renovierungen würden immer seltener durchgeführt, weil sich diese für den Vermieter nicht mehr rentierten. Vielmehr würden Vermieter in Zukunft häufiger generalsanieren, um die Wohnung anschließend losgelöst von der Mietpreisbremse vermieten zu können (59 Prozent).

Mieten schon vorsorglich erhöht
Eine weitere Befürchtung hat sich offensichtlich bereits bewahrheitet: 53 Prozent der Makler glauben nach Angaben von Immowelt, dass Vermieter bei Neuvermietungen schon vor Beschluss der Mietpreisbremse die Mieten erhöht hätten. Nur ein Drittel konnte bislang keine Mietpreiserhöhung feststellen. (st)

Foto: Shutterstock.com

 

 

 

 

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