„Selfstorage ist eine Boom-Branche“

Cash. sprach mit Sven Herbst, Vorstand der Valerum Invest AG, über den Selfstorage-Markt in Deutschland und die Vertriebswege des Unternehmens.

Sven Herbst, Valerum: „Es gibt viele Faktoren, die zum Erfolg von Selfstorage beitragen.“

Cash.: Deutschland gilt im Vergleich zu den USA als Entwicklungsland in Sachen Selfstorage. Was macht Sie zuversichtlich, dass sich dies ändern wird?

Herbst: Das Wachstum der Selfstorage-Branche in den zurückliegenden zehn Jahren spricht für sich: Laut dem Verband deutscher Selfstorage Unternehmen e.V. hat sich ihr Volumen in den letzten zwölf Jahren mehr als verzehnfacht. Der Status Quo ist, dass Anbieter auf dem deutschen Selfstorage-Markt sich einer sehr hohen Auslastung erfreuen und neue Anlagen in kürzester Zeit vermietet werden. Dementsprechend ist der Markt in Bewegung, doch das Angebot von Kleinlagerflächen in der Größe von 20 bis 40 Quadratmetern ist knapp und kann die Nachfrage derzeit bei weitem nicht decken. Diese Merkmale machen die Selfstorage-Branche zweifelsohne zu einer echten Boom-Branche.

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Die Gründe hierfür hat wahrscheinlich schon jeder von uns in der Realität kennengelernt, beispielsweise Studenten, die ein Auslandssemester absolvieren und für diese Zeit einen Platz für die eigenen Möbel benötigen. Oder denken Sie an den gesellschaftlichen Wohlstand und die vielen Menschen, die zum Beispiel einen sicheren Ort für den geliebten Oldtimer suchen. Unser aller Lebensentwürfe werden flexibler, unser Hab und Gut immer umfangreicher, hinzu kommt die fortschreitende Urbanisierung, die den Platz in Ballungsräumen verknappt – Selfstorage ist die Antwort auf diese gesellschaftliche Entwicklung, die gerade erst angefangen hat. Ein weiterer Wachstumstreiber ist der E-Commerce. Tausende kleiner Onlinehändler sind allein hierzulande entstanden, diese benötigen flexibel buchbaren und kostengünstigen Lagerraum. Es gibt wirklich viele Faktoren, die zum Erfolg von Selfstorage beitragen.

Über welche Kanäle wollen Sie potenzielle Mieter ansprechen?

Unsere Recherchen haben ergeben, dass trotz moderner Kommunikationskanäle die Sichtbarkeit eines Lagerzentrums im Straßenbild bei der Generierung von Aufmerksamkeit eine übergeordnete Rolle spielt. Folglich legen wir bei der Auswahl unserer Standorte einen Schwerpunkt auf gute Erreichbarkeit und die Nähe zu stark befahrenen Straßen. Durch das äußere Erscheinungsbild unserer Anlagen – die Farbe unseres Labels ist das Verkehrsrot – erzeugen wir zusätzliche optische Anreize. Doch selbstverständlich stehen auch das Internet und die sozialen Medien im Fokus unserer Vermarktungsstrategie, denn die größte Zielgruppe für Selfstorage-Einheiten sind Personen im Alter von 18 bis 44 Jahren, die rund 49 Prozent der Nutzer ausmachen. Abgerundet wird diese Strategie durch Werbemaßnahmen in lokalen bzw. Fachmedien. Um ein Beispiel zu nennen: Wir wissen, dass unser Angebot äußerst attraktiv für Besitzer von Oldtimern und Motorrädern ist, da unsere Einheiten nicht nur sicher und sauber, sondern zum Teil auch befahrbar sind. Da liegt es doch nahe, dass wir diese Zielgruppe in entsprechenden Fachmedien ansprechen.

Seite zwei: „Wir streben ein zügiges Wachstum an“

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