Ansturm der Investoren

Zinshäuser stehen bei Privatanlegern und Investoren hoch im Kurs, die Preise sind weiter gewachsen. Daher sollten Anleger die Angebote genau prüfen.

Zinshäuser Berlin
Zinshaus in Berlin: Die Nachfrage nach gut gelegenen Objekten ist in der deutschen Hauptstadt derzeit hoch.

Elegant erheben sich die Fassaden mit klassischen Stuckelementen, hinter den Eingangstüren empfangen den Besucher geschmackvoll dekorierte Treppenhäuser: Gründerzeithäuser sind nicht nur schön anzusehen, sondern stehen derzeit auch in der Gunst der Kapitalanleger ganz vorn. Sie haben in den vergangenen Jahren in großem Stil Denkmalimmobilien sowie Mehrfamilienhäuser jüngerer Baujahre erworben.

Hohe Nachfrage

Wohnimmobilien als Kapitalanlage haben einen ungeahnten Auftrieb erfahren. Insbesondere in den Metropolen herrscht ein Bieterwettbewerb privater Anleger und institutioneller Investoren um die sogenannten Zinshäuser, der die Preise rasant steigen ließ.

Und ein Ende des Käuferansturms ist nicht in Sicht. „Die Nachfrage übersteigt nach wie vor das Angebot erheblich. Es gibt noch eine Vielzahl an potenziellen Käufern, die ihre Erwerbswünsche nicht realisieren konnten“, sagt Oliver Moll, Geschäftsführer von Moll & Moll Zinshaus, Hamburg. Insbesondere in den Großstädten und den Trendlagen sorge dies für erheblichen Druck im Markt. Zudem steige die Eigenkapitalquote, was im Markt weiter preistreibend wirke. „Die Zahl der Angebote ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben, während die Nachfrage und die Preise durch die Decke gegangen sind“, bestätigt Nikolaus Ziegert, Geschäftsführer bei Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, Berlin.

Typische Käufer: Privatpersonen und Family Offices

Doch wer sind die Käufer? Nach Aussage von Jones Lang LaSalle (JLL) dominieren vor allem zwei Gruppen den Markt. Typische Käufer von Zinshäusern seien vermögende Privatpersonen und Family Offices. „Diese sehen die Käufe als inflationssichere Investments in das viel-zitierte Betongold“, erläutert Roman Heidrich, National Director bei Jones Lang LaSalle Deutschland. Zum einen führe das günstige Umfeld der Finanzierungszinsen zu einer erhöhten Nachfrage, zum anderen hätten Immobilien derzeit eine bessere Renditeerwartung als Staatsanleihen.

Nach Auskunft von Matthias Baron, geschäftsführender Gesellschafter bei Zinshausteam & Kenbo in Hamburg, investieren neben diesen beiden Gruppen zunehmend auch institutionelle Kapitalanleger wie Fonds, Versicherungen und Pensionskassen in Zinshäuser. „Hier sollen die sehr sicheren, wenn auch niedrigen Renditen aus den Wohnungsmieteinnahmen die vertraglichen Mindestverzinsungen für Lebensversicherungen und Pensionen sichern helfen“, erläutert er.

Seite zwei: Institutionelle Investoren setzen auf Zinshäuser

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