17. November 2016, 14:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

In China droht kein Platzen der Blase

Es gibt immer wieder Stimmen die vor einem Platzen der Immobilienblase in China warnen. Dem widerspricht Andy Rothman, Investmentstratege des Asien-Spezialisten Matthews Asia, vehement.

Matthews Asia - Andy Rothman Small -Kopie in In China droht kein Platzen der Blase

Andy Rothmann fürchtet keinen Immobiliencrash in China.

“China hat zwar ein ernst zu nehmendes Immobilienproblem, aber es ist ein soziales und ein politisches Problem.” In seinem aktuellen Research-Bericht „Sinology: Does China have a housing bubble?” beleuchtet der China-Experte, der selbst über 20 Jahre im Reich der Mitte gelebt und gearbeitet hat, die Lage am Wohnimmobilienmarkt und wartet mit einer Reihe von Fakten auf.

Kaum Schuldenproblematik

So weist Rothman darauf hin, dass die Verschuldungsquote bei Wohnimmobilien in China viel geringer sei als beispielsweise in den USA. Die chinesische Banken dürften auf Staatsgeheiß keine solch waghalsigen Immobilienkredite vergeben wie dies etwa vor Ausbruch der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten 2008 der Fall gewesen war. In der Tat wird der chinesische Markt für Wohnimmobilien nicht von Spekulanten, sondern von Eigentümern getragen, die selbst in ihrer Immobilie leben. Sie müssen mindestens 20 Prozent an Eigenmitteln vorweisen, bevor sie eine Hypothek aufnehmen dürfen. 65 Prozent der chinesischen Wohnungskäufer brachten diese Summe allein im September auf, 28 Prozent zahlten sogar 30 Prozent oder mehr in bar. In den Metropolen Peking, Shanghai und Shenzehn beträgt die Mindesteinlage für hochwertige Eigentumswohnungen inzwischen sogar 70 Prozent.

Lohnsteigerungen sehr stark

Diese drei Städte und Guangzhou stehen oft im Fokus der Berichterstattung über den angeblich überhitzten Immobilienmarkt, so Rothman ─ dabei würden dort nur vier Prozent der landesweiten Verkäufe neuer Wohnungen getätigt. „Die meisten Stadtbewohner Chinas leben jedoch in Städten, von denen die wenigsten von uns bislang gehört haben. Und dort finden 96 Prozent der Verkäufe von neuen Eigentumswohnungen statt“, so Rothman. In diesen Städten fiel der Anstieg der Immobilienpreise auch geringer aus als der Lohnzuwachs. So legten die Wohnimmobilienpreise in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um sieben Prozent zu; das durchschnittliche Einkommen der Stadtbevölkerung wuchs im selben Zeitraum aber um gut zehn Prozent.

“Das Problem auf Chinas Wohnungsmarkt liegt darin, dass viele Stadtbewohner sich kein Wohneigentum mehr leisten können“, erklärt Rothman. Aber das sei eine Sorge, die sie mit den Bewohnern anderer Metropolen ─ ob San Francisco oder London ─ teilten und kein Anzeichen für eine Immobilienblase „made in China“.” (tr)

Foto: Matthews Asia

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

GKV: Spahn will mehr Wettbewerb zwischen Kassen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will es den Bürgern leichter machen, zwischen einzelnen gesetzlichen Krankenkassen zu wechseln. Das schrieb der CDU-Politiker in einem am Sonntag veröffentlichten Gastbeitrag für das “Handelsblatt”.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

“Chancen ergeben sich aus der Ineffizienz der Kapitalmärkte”

Lohnt es sich trotz der ernüchternden Ergebnisse in 2018 in Value-Strategien zu investieren? Darüber hat Cash. mit Andreas Wosol gesprochen. Wosol ist Head of Multi Cap Value & Senior Portfolio Manager des Amundi European Equity Value.

mehr ...

Berater

“Deutsche Commerz”: Mitarbeiter kämpfen gegen Fusion

Gewerkschaften machen von Anfang an Front gegen ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank. Sie fürchten den Verlust Zehntausender Jobs und die Schließung zahlreicher Filialen. Verdi will nun Kräfte bündeln. Auch die EU-Kommission meldet sich zu Wort.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Kampfansage an Vermögensanlagen

Die BaFin hat verschiedene Arten von Vermögensanlagen-Emissionen in Bezug auf Bedenken für den Anlegerschutz “verstärkt im Blick”, genauer gesagt: fast alle. Sie droht sogar “Produktinterventionen” an, also Verbote. Ein Hammer. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...