Anzeige
Anzeige
2. Februar 2016, 11:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LBS Schleswig-Holstein/Hamburg warnt vor Zinsanstiegen

Die Landesbausparkasse Schleswig-Holstein/Hamburg konnte ihr Neugeschäft im Jahr 2015 um 5,2 Prozent steigern. Vorstandschef Peter Magel warnt vor der Gefahr deutlicher Zinsanstiege.

Haus-chart-750-shutt 14446201 in LBS Schleswig-Holstein/Hamburg warnt vor Zinsanstiegen

Sollten die Hypothekenzinsen wieder deutlich steigen, könnten viele Immobilienfinanzierungen in eine Schieflage geraten.

Die Landesbausparkasse Schleswig-Holstein/Hamburg hat 2015 im dritten Jahr in Folge mit 1,86 Milliarden Euro einen Rekord beim Neugeschäft verbucht.

“Das bedeutet im Vergleich zu 2014 eine Steigerung um 5,2 Prozent”, sagte Vorstandschef Peter Magel am LBS-Sitz in Kiel der Deutschen Presse-Agentur. “Und im Januar ist das Neugeschäft im Vergleich zum Vorjahresmonat noch einmal um acht Prozent gestiegen.” Auch für 2016 rechne er mit schwarzen Zahlen – trotz des niedrigen Zinsniveaus mit zwangsläufig niedrigeren Gewinnmargen für die LBS.

Günstige Zinsen für die Zukunft sichern

“Die Idee des Bausparens ist beim Kunden so populär wie nie”, so Magel. Als entscheidenden Grund dafür nannte er den Wunsch vieler Bundesbürger, sich die zurzeit sehr niedrigen Zinsen auch für die Zukunft langfristig zu sichern.

Wer jetzt einen Bausparvertrag abschließe und in etwa sieben oder zehn Jahren nach der Ansparphase sein dann zuteilungsfähiges Darlehen habe wolle, erhalte den jetzt vereinbarten niedrigen Zins für die gesamte Laufzeit garantiert. Darlehen bei der LBS gebe es ab 1,25 Prozent.

Gefahr der Niedrigzinspolitik

Als große Verführung für Eigenheimer mit beträchtlichen Risiken betrachtet Magel das von der Europäischen Zentralbank politisch gesteuerte Niedrigzinsniveau.

Es bilde die tatsächlichen Marktverhältnisse überhaupt nicht ab. Bauherren sollten sich nicht auf das niedrige Niveau verlassen. Sollte die EZB eines Tages ihre Politik ändern, könnten die Hypothekenzinsen – zurzeit derzeit etwa zwei Prozent für zehn Jahre Laufzeit – sehr schnell auf historische Durchschnittswerte von fünf oder sechs Prozent und damit auf das Zwei- bis Dreifache steigen.

“Die politische Steuerung des Zinsniveaus muss aufhören, weil man die Menschen wirklich in eine Gefahr hineintreibt”, kritisierte der LBS-Chef. “Wer kann denn eine doppelte Hypothekenbelastung überhaupt bezahlen?” Bei einem plötzlichen zinspolitischen Wechsel drohten viele Familien dann vor dem Nichts zu stehen. Mit Bausparen lasse sich dieses Zinsänderungsrisiko auch in zehn Jahren absichern.

Guter Umsatz mit Wohn-Riester

Besonders positiv hat sich laut der LBS das sogenannte Wohn-Riestern entwickelt – es betrug 2015 etwa 15 Prozent des LBS-Gesamtumsatzes.

Die Kündigung von Altverträgen mit hohen Guthabenzinsen werde die LBS auch in den nächsten Jahren beschäftigen, so Magel. 2015 habe die LBS 4.000 Verträge gekündigt, die trotz Zuteilungsreife um zehn Jahre verlängert worden waren, ohne dass die Kunden ein Darlehen nahmen.

Eine Klagewelle habe es nicht gegeben, anhängig seien lediglich etwa 15 Verfahren. Es gebe drei neue OLG-Urteile aus Hamm, Köln und Koblenz, die solche Kündigungen seitens der Bausparkassen bestätigten.

Weitere Kündigungen übersparter Verträge

Außerdem habe die LBS im vergangenen Jahr 1.000 übersparte Verträge gekündigt, auf die mehr Geld eingezahlt war als die Bausparsumme insgesamt ausmachte.

Die Kündigung solcher Verträge habe der Bundesgerichtshof bereits als rechtens bestätigt. Im laufende Jahr 2016 rechnet Magel damit, dass die LBS etwa 1.000 Zehn-Jahres-Fortsetzerverträge kündigen wird.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...