23. November 2016, 14:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Private Bausparkassen sparen sich Großkunden-Einlagensicherung

Private Bausparkassen wie Wüstenrot und BHW schaffen ihr Sicherungssystem für die Guthaben von Großkunden ab. 

Private Bausparkassen sparen sich Großkunden-Einlagensicherung

Im Schnitt haben Bausparer nach Angaben des Verbandes bei den privaten Kassen nur ein Guthaben von 5.500 Euro.

Die Kosten für das System stünden auch wegen neuer EU-Verwaltungsvorgaben in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen für nur wenige Kunden, sagte ein Sprecher des Verbandes Privater Bausparkassen in Berlin.

Betroffen seien 19.000 Bausparverträge und damit 0,2 Prozent des Bestandes dieser Kassen. Es geht vor allem um institutionelle Anleger, etwa Versicherungen und Kommunen und nur um wenige Privatkunden. Für sie gilt wie für die anderen Sparer künftig nur noch die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Institut. Zuvor hatte die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” darüber berichtet.

Das Sicherungssystem der privaten Kassen hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. 1991 hatten die Finanzinstitute sich freiwillig zusammengeschlossen, um ihren Kunden mehr Sicherheit zu bieten. Da keine Bausparkasse seither pleite ging, wurde es auch nie für Guthaben-Auszahlungen genutzt. Separat hierzu kam Ende der 1990er das gesetzliche Einlagensicherungssystem hinzu, zunächst waren 20.000 Euro geschützt, 2009 dann 50.000 Euro und seit 2011 sind es 100.000 Euro pro Kunde und Institut. Dadurch sank der Kreis der Kunden, für die das Extra-System der Kassen greifen könnte – also Kunden mit mehr als 100.000 Euro Guthaben.

Ende Februar 2017 läuft das jetzige System aus

Im Schnitt haben Bausparer nach Angaben des Verbandes bei den privaten Kassen nur ein Guthaben von 5.500 Euro – auch das verdeutlicht, für wie wenige Kunden das alte System relevant war. Hinzu kamen EU-Auflagen, womit der Verwaltungsaufwand für das System laut einem Sprecher stieg. Auch daher habe man sich zum Ausstieg entschieden, Ende Februar 2017 läuft das jetzige System aus. Die betroffenen Kunden könnten theoretisch ihr Guthaben auf mehrere Kassen verteilen, um komplett abgesichert zu sein, so der Sprecher.

Das Einlagenvolumen, das noch über das private System abgesichert ist, umfasst etwa 2,1 Milliarden Euro. Hiervon entfallen 1,3 Milliarden Euro auf den Bestand von institutionellen Kunden, meist Versicherer. Auf das klassische Bauspar-Guthaben kommen nur rund 800 Millionen Euro. Dem Einlagensicherungssystem privater Kassen gehören zehn Institute an, darunter BHW, Wüstenrot, Badenia, Debeka, der Deutsche Ring und die Signal Iduna Bauspar AG. Nicht im System sind die Landesbausparkassen, Schwäbisch Hall und die Deutsche Bank Bauspar AG.

Insgesamt ist die Bausparbranche gewaltig unter Druck. Zwar setzen weiter viele Menschen in Deutschland auf das Sparmodell und bringen Geld zu diesen Banken. Doch angesichts der Niedrigzinsphase machen nur wenige Kunden von ihrem alten Recht auf ein Darlehen Gebrauch. Das trifft das ganze System, das im Rahmen des Bausparer-Kollektivs auf zügige Weitergabe von Kundengeld an Darlehensnehmer beruht. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...