4. Oktober 2016, 12:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Viel zu knappes Angebot”

Über die Entwicklung am Wohnimmobilienmarkt und die Gefahr einer Immobilienblase sprach Cash. mit Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei Immobilienscout24.

Viel zu knappes Angebot

Jan Hebecker, Immobilienscout24: “In Städten wie München, Hamburg und Berlin kann man in gewissen Lagen durchaus Symptome für eine Blasenbildung erkennen. “

Cash.: Wie stellt sich die aktuelle Situation am deutschen Wohnimmobilienmarkt dar?

Hebecker: Momentan beobachten wir, dass die Mieten in deutschen Städten weiter steigen. Vor allem in den begehrten innerstädtischen Lagen liegen die Preise bei Wiedervermietungen fast überall über dem Mietspiegel. Denn ein großer Preistreiber ist die hohe Nachfrage, der ein viel zu knappes Angebot gegenüber steht.

Trotz hoher Mietpreise wollen Immobiliensuchende in die Metropolen – oder gar nicht erst von der City an den Stadtrand oder aufs Land ziehen. Aktuelle Eingriffe seitens der Politik, wie zum Beispiel die Mietpreisbremse, werden wohl nicht dazu führen, dass mehr Wohnraum entsteht. Aber genau das ist dringend notwendig, um die angespannte Situation in den Städten zu entzerren.

Ist es für Privatanleger, die eine Wohnung kaufen und anschließend vermieten möchten, derzeit angesichts des stark gestiegenen Preisniveaus noch ratsam, in den Metropolen zu investieren?

Grundsätzlich gilt: Je besser die Lagequalität, desto besser die Wertsicherheit für die Käufer. Sehr gute und gute Lagen vereinen die größte Nachfrage auf sich und sind daher gut vermietbar oder können wieder veräußert werden. Große Renditen lassen sich in den Metropolen aber nicht mehr erwirtschaften.

Könnte an manchen Standorten eine Immobilienblase drohen?

In Städten wie München, Hamburg und Berlin kann man in gewissen Lagen durchaus Symptome für eine Blasenbildung erkennen. Der Kaufpreis von Immobilien hat sich dort bereits von den Mietpreisen abgekoppelt und viele Investoren werden wohl allein von der Aussicht auf steigende Preise angelockt.

Solange allerdings die Nachfrage weiterhin ungebrochen hoch ist, wird sich nicht viel verändern. Allerdings sehen wir keine deutliche Zunahme der Kauffälle, sodass wir auch nicht von einem höheren Umschlag von Immobilien ausgehen, der typischerweise mit einer Blasenbildung einhergeht.

Wichtig: Die Schaffung von Wohnraum ist dort dringend notwendig, wo die Nachfrage groß ist, um die angespannte Situation auf dem Mietmarkt zu beruhigen. Dafür muss der Wohnungsneubau stärker gefördert werden, statt den Markt durch restriktive Maßnahmen zu regulieren.

Seite zwei: “Kapitalanleger müssen sehr gezielt nach einem geeigneten Standort suchen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...