30. Mai 2017, 14:24
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Bundestagswahl 2017: Was kommt auf die Immobilienbranche zu?

Die ersten Parteien haben ihre Wahlprogramme veröffentlicht. Oliver Moll, Geschäftsführer und Inhaber von Moll & Moll Zinshaus, beleuchtet die Forderungen der Parteien für den deutschen Immobilienmarkt. Erster Teil: Welche Pläne haben AfD und FDP?

Oliver-Moll Zinshaus-Moll-Moll-Kopie in Bundestagswahl 2017: Was kommt auf die Immobilienbranche zu?

Oliver Moll, Moll & Moll Zinshaus: “Die Branche sollte einen genauen Blick in die Programme der Parteien werfen.”

Die ersten Parteien haben ihre Wahlprogramme veröffentlicht. Endgültige Fassungen gibt es zwar noch nicht, doch die Entwürfe vermitteln bereits einen guten Eindruck, wohin die Reise für die Wohnungswirtschaft gehen soll.

Für private Eigentümer und professionelle Akteure der Branche lohnt es deshalb, einen Blick auf die entsprechenden Seiten zu werfen, bevor sie im September ihr Kreuzchen machen.

AfD: Erstaunlich realistische Ansätze

Wobei ausgerechnet die AfD positiv überrascht. In ihrem Programm findet sich eine Liste konkreter Forderungen, die wirklich helfen würden, die Probleme der Städte und ländlichen Regionen zu lösen und private Investitionen zu fördern: Die Mietpreisbremse abschaffen, Grund- und Grunderwerbssteuer senken, Grundstücke öffentlicher Hand im Erbbaurecht zur Verfügung stellen, genossenschaftliches Wohnen fördern, das Baurecht entschlacken, unnötige Auflagen beseitigen und in die Infrastruktur auf dem Land investieren, um Pull-Faktoren zu schaffen, die zu einer Entzerrung in den Mieterstädten führen.

Der soziale Wohnungsbau wird bisher zwar noch vernachlässigt, aber prinzipiell ein gutes Immobilienprogramm. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland hat pünktlich zum Wahlkampf ein Forderungspapier herausgegeben und tatsächlich erfüllt die AfD dessen „Wahlprüfsteine“ zu rund 90 Prozent.

Erfreulicherweise hat die Wohnungswirtschaft jedoch noch eine Alternative zur Alternative.

FDP: Neubau von Wohnungen wieder attraktiv machen

Denn auch die FDP hat das Grundproblem des Immobilienmarktes und der Privatanleger als tragender Säule der Wohnungswirtschaft erkannt. Dementsprechend fordert sie in ihrem Programm weniger planwirtschaftliche Eingriffe und dafür gezielte Maßnahmen, die den Neubau von Wohnraum wieder attraktiv machen.

FDP-Politiker beziehen zurzeit Stellung gegen die Mietpreisbremse, erschwerte Kündigungen wegen Eigenbedarf und höhere Grunderwerbsteuern. Stattdessen soll die jährliche Abschreibungsrate für Gebäude von zwei auf drei Prozent erhöht werden. Für Privatpersonen könnte das ein ausschlaggebender Anreiz sein, in Wohnraum zu investieren.

Zudem spricht die FDP in ihrem Programm bis jetzt als einzige Partei zwei Punkte an, die den Wohnungsmarkt stark beeinflussen, im öffentlichen politischen Diskurs allerdings oft vernachlässigt werden.

Das ist zum einen die Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR), bei der eine grundsätzlich gute Idee Opfer deutscher Gründlichkeit wurde. Denn seit März 2016 ist nur noch die Höhe des Einkommens bei der Kreditwürdigkeitsprüfung ausschlaggebend, die Immobilie als Sicherheit wird nicht mehr anerkannt – eine Verschärfung der Richtlinie, die im EU-Original so eigentlich gar nicht vorgesehen war und einzelne Verbrauchergruppen unnötig benachteiligt.

Seite 2: Zuschüsse für sozialen Wohnungsbau nicht ohne wirkliche Umsetzung

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