Ende des Baubooms naht

Trotz der weiterhin hohen Nachfrage nach Immobilien, könnte der Bauboom schon bald enden. Davon geht die Immobilienwirtschaft aus. Viele Betriebe würden Einstellungen verzögern, weil sie nicht wüssten, wann sich die Konjunktur eintrübt.

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Die Baubranche leidet unter den gestiegenen Kosten, das könnte den Bauboom beenden.

Der Bauboom könnte nach Einschätzung der Immobilienwirtschaft schon bald ein jähes Ende finden – trotz unvermindert großer Nachfrage. Schon jetzt würden vereinzelt Projekte abgesagt, weil sich diese für Investoren wegen steigender Baukosten nicht mehr lohnten, sagte der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Andreas Mattner, der Deutschen Presse-Agentur. „Vor einem Jahr ist der Baupreis deutlich gestiegen. Dann verharrte er eine Zeit lang auf einem Plateau. Jetzt zeigt der Pfeil wieder etwas nach oben.“

Neben dem Stahlpreis, den Klimaschutz-Vorschriften und der Grunderwerbssteuer sei auch der Anstieg der Handwerkerkosten ein preistreibender Faktor am Bau. Vor allem in den Metropolen seien Handwerker kurzfristig oft kaum zu bekommen. Auf Ausschreibungen meldeten sich deutlich weniger Firmen.

Zögerliche Personalpolitik

Unter dem Handwerkermangel leiden derzeit allerdings nicht nur Immobilienentwickler, sondern auch öffentliche Bauherren. Privatleute müssen in Großstädten wie Köln, Frankfurt oder Berlin oft lange warten, wenn sie etwa Fenster austauschen oder ein Badezimmer sanieren wollen.

Viele Betriebe zögerten trotz voller Auftragsbücher mit der Einstellung neuer Mitarbeiter, sagte Mattner. Sie seien unsicher, wie lange die gute Konjunktur anhalten werde. Auch fehle es vielerorts an Auszubildenden.

Zum Tag der Immobilienwirtschaft in Berlin wurden am Mittwochnachmittag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) erwartet. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen um rund 60.000 auf über 375.000 gestiegen. In den ersten vier Monaten 2017 sank sie laut Statistischem Bundesamt aber um neun Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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