„Schlüssel zu krisensicheren Einnahmequellen“

Um die Fairvesta-Gruppe aus Tübingen war es zuletzt recht ruhig geworden. Nun will das Unternehmen wieder Gas geben. Cash. sprach mit dem Handlungsbevollmächtigten Otmar Knoll über Entwicklung und Planungen.

"Grundsätzlich sind lukrative Handelsspannen meist in B- oder C-Lagen zu finden."
Otmar Knoll: „Grundsätzlich sind lukrative Handelsspannen meist in B- oder C-Lagen zu finden.“

Cash.: Wie haben sich die Fairvesta-Gruppe und ihre Fonds in den vergangenen zwei Jahren entwickelt?

Knoll: Die Jahre 2015 und 2016 haben wir effektiv zur Umstellung nach dem Kapitalanlagegesetzbuch genutzt. Wir haben Prozesse, Abläufe und das Personal so aufgestellt, dass wir ohne Wenn und Aber nach neuesten Standards zertifizierungsfähig sind. 2016 haben wir den Vertrieb erstmals exklusiv an Dritte vergeben, um uns operativ auf den Immobilienhandel und dessen Ausbau konzentrieren zu können. In 2015 und 2016 konnten wir so ein Transaktionsvolumen von circa 650 Millionen Euro erzielen – rund zwei Drittel unseres Gesamtbestands. Die beim Verkauf erzielte durchschnittliche Objektrendite betrug unabhängig von der Haltedauer rund 15,8 Prozent pro Jahr.

Welche Planungen haben Sie für die nächsten Monate und darüber hinaus?

Nachdem wir stark expandiert haben, folgt nun die Phase der Kosteneffizienz nach innen und der Wiederaufnahme des eigenen Vertriebs nach außen. Mitte/Ende März werden wir unseren ersten Basis-Workshop nach langer Zeit veranstalten. Darauf freuen sich alle riesig: Endlich wieder direkten Kontakt mit unseren Vermittlern. Voraussichtlich Ende Mai werden wir alocava XII schließen und den Ankauf der ersten Immobilie avisieren. Aktuell beschäftigen wir uns auch bereits mit einem Nachfolgeprodukt.

Welche Immobilien und Nutzungsarten haben derzeit aus Ihrer Sicht die besten Chancen?

Grundsätzlich sind lukrative Handelsspannen meist in B- oder C-Lagen zu finden. Das liegt einfach daran, dass große Investoren wie zum Beispiel milliardenschwere offene Fonds oder Family Offices in ihren Prospekten gern Hochglanz-Immobilien sehen oder Top-Lagen gar in deren Anlagerichtlinien zwingend vorgeschrieben sind. Wirklich Geld verdient wird damit aber nicht. Es wird nur für eine Zeit relativ sicher geparkt. Wirkliche „Renditebringer“ sind oft äußerlich weniger attraktive, dafür aber umso wirtschaftlichere Immobilien. Wir investieren sehr gern in Einzelhandelsobjekte, Fachmärkte in guter Mikrolage, Shoppingcenter und Büroimmobilien mit Wachstumspotenzial, die wir aus Sondersituationen wie Bankenverwertungen erwerben. Zunehmend sind wir auch für Dritte als Dienstleiter tätig. Konkretes Beispiel: Wir sind von der Genossenschaft adamas beauftragt worden, eine Bestandsimmobilie im Zentrum von Stuttgart komplett nach neuesten Standards zu renovieren beziehungsweise komplett neu aufzubauen. Angesichts des geringen Neubauvolumens in Deutschland und des Platzmangels in Städten liegt hier ein Schlüssel zu krisensicheren Einnahmequellen.

Interview: Stefan Löwer

Foto: Thomas Bernhardt

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