Fehlendes Bauland treibt Grundstückspreise in Deutschland

Fehlende Grundstücke und fehlendes Baurecht sind nach einer neuen Studie des Bundes die entscheidende Hürde für bezahlbare neue Wohnungen in Deutschlands Großstädten. Vor allem in den Metropolen trage auch Grundstücksspekulation dazu bei, die Preise in die Höhe zu treiben.

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Experten fordern die Ausweisung neuen Baulands, um den Grundstücksmarkt zu entlasten.

Der Grundstückskauf ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vielerorts so teuer geworden, dass sich der Bau von Mietshäusern nicht rechnet.

„Hohe Grundstückspreise lassen einen frei finanzierten Wohnungsneubau zu bezahlbaren Mieten vielfach nicht mehr zu“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Papier. Zuvor berichtete darüber das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Deutliche Preisanstiege seit 2011

Demnach ist der durchschnittliche Preis für ein Baugrundstück zwischen 2011 und 2016 in den teuren Großstädten um 76.000 auf 259.000 Euro gestiegen. Deutschlandweit lag der mittlere Preisanstieg dagegen nur bei 24.000 Euro.

Spekulanten spielen bei der Preisentwicklung nach Einschätzung des Instituts in wenigen teuren Metropolen eine Rolle – in dieser Hinsicht sticht demnach besonders Berlin hervor.

Das Bundesinstitut sieht mehrere Ursachen für die Preissteigerungen. Dazu gehören der Zuzug in die Städte und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Ausweisung zusätzlichen Baulands gefordert

Als Gegenmittel empfehlen die Fachleute unter anderem die Ausweisung zusätzlichen Baulands am Rand der Großstädte. Als Mittel gegen Grundstücksspekulation würde sich nach Einschätzung der Experten eine höhere Grundsteuer für unbebaute Grundstücke eignen.

Diesen Vorschlag machte sich auch Bundesbauministerin Barbara Hendricks zu eigen: „Wenn Kommunen Brachflächen höher belasten könnten als bebaute Grundstücke, würde sich Spekulation nicht mehr lohnen. Das sollten Bund und Länder gleich nach der Wahl angehen“, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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