S&K-Prozess: Staatsanwaltschaft reduziert Anklagepunkte

Es kommt offensichtlich Bewegung in den Prozess um die Frankfurter Immobiliengesellschaft S&K. Ein Ende des Verfahrens scheint schneller als gedacht näher zu rücken.

Verhandlungsort des S&K-Prozesses: Landgericht Frankfurt am Main
Verhandlungsort des S&K-Prozesses: Landgericht Frankfurt am Main

Nach mehr als 100 Verhandlungstagen sind offenbar in einem der aufwändigsten Wirtschaftsprozesse seit Jahrzehnten die weiteren Verfahrenstage gezählt. Bereits vor einigen Tagen gab es Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, in denen es um eine mögliche Reduzierung der Anklagevorwürfe auf einzelne Punkte ging. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat der Oberstaatsanwalt Noah Krüger nunmehr angekündigt, dass die Staatsanwaltschaft die Betrugsvorwürfe im Falle der S&K-Gründer Schäfer und Köller sowie drei weiterer Angeklagte verwerfen will. Andernfalls so Krüger würde sich das Verfahren um weitere ein bis zwei Jahre hinziehen.

Konzentration auf Untreue-Vorwürfe

Stattdessen wolle man sich im weiteren Verfahren um eine mögliche Untreue im Bezug auf einzelne von S&K initiierte Fonds und Immobiliengeschäfte konzentrieren. Laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ sei in diesen Punkten die Beweisaufnahme bereits abgeschlossen. Die Hauptangeklagten hätten sich kooperativ gezeigt. Schon im Dezember letzten Jahres war ein mit angeklagter ehemaliger Geschäftsführer des Emissionshauses United Investors zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Im S&K-Prozess geht es um die Aufklärung von Vorwürfen, wonach etwa 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro geprellt worden sein sollen. Ursprünglich hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft sechs Männer wegen schweren bandenmäßigen Betrugs und Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu angeklagt. (fm)

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