11. April 2017, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studentenwohnungen weit über Teuerungsrate

Für Studenten ist es besonders schwer, bezahlbare Wohnungen zu finden. Zu diesem Schluss ist das IW Köln gekommen. Das Institut untersuchte den Wohnungsmarkt in 15 Universitätsstädten seit 2010.

Student-wohnung-raum-tisch-arbeit-laptop-shutterstock 382088893 in Studentenwohnungen weit über Teuerungsrate

Der Wohnungsmarkt für Studenten ist angespannt, die Mietentwicklung liegt über der durchschnittlichen Teuerungsrate.

Die Mieten für Studentenwohnungen sind laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln seit Beginn des Jahrzehnts rasant gestiegen. Die Preiserhöhungen liegen weit über der allgemeinen Teuerungsrate, wie aus der Studie hervorgeht.

Die Top Drei teuersten Städte

Teuerste Stadt für Studenten ist demnach München, wo eine durchschnittliche Studentenbleibe im zweiten Halbjahr 2016 bereits über 17 Euro pro Quadratmeter kostete. Im Vergleich zu 2010 war das ein Anstieg von 43 Prozent, wie IW-Immobilienfachmann Michael Voigtländer und Kollegen ermittelten.

Hinter München liegen Stuttgart und Frankfurt mit jeweils über 13 Euro Quadratmetermiete, gefolgt von Hamburg, Köln und Heidelberg. Dort lag die Monatsmiete in der zweiten Hälfte 2016 jeweils zwischen zehn und elf Euro pro Quadratmeter.

Insgesamt analysierten die Forscher den studentischen Wohnungsmarkt in 15 Universitätsstädten, Datengrundlage waren Mietangebote auf den Internetportalen Immobilienscout 24 und wg-gesucht.de seit 2010. Das Institut untersuchte Wohnungen, die für Studenten grundsätzlich infrage kommen – Luxusbleiben also ausgenommen. Allein für das zweite Halbjahr 2016 werteten die Forscher mehr als 80.000 Inserate aus.

Wohnungsmarkt für Studenten besonders schwierig

Am billigsten wohnen Studenten demnach in Leipzig und Bochum. Dort lagen die Mieten im Schnitt noch unter 6,50 Euro pro Quadratmeter – obwohl es auch dort kräftige Erhöhungen gab. Den rasantesten Anstieg ermittelten die IW-Experten in Berlin, wo eine Studentenbleibe mittlerweile um mehr als die Hälfte teurer ist als 2010 und zuletzt im Schnitt knapp zehn Euro pro Quadratmeter kostete.

“Für Studenten ist die Lage im Wohnungsmarkt besonders schwierig”, stellt das Gutachten ganz allgemein fest. Auftraggeber war die Deutsche Real Estate Funds, einem auf Studentenwohnungen und kleine Apartments spezialisierte Immobilieninvestor.

“Insbesondere in Berlin, aber auch in Leipzig oder Köln hat die Preisdynamik noch einmal zugenommen”, heißt es in der Studie. “Neben den großen Metropolen steigen aber auch in kleineren Städten die Mieten für Studenten deutlich an. In Osnabrück haben sich beispielsweise die Mieten seit 2010 um 27 Prozent erhöht.”

Zu wenig Neubau

Hauptursache der rasanten Mietsteigerungen ist nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher der fehlende Wohnungsneubau. Zu wenig gebaut werden demnach vor allem Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen.

“Über alle Städte hinweg wurden nur rund ein Drittel der benötigten Wohnungen dieser Größe gebaut”, heißt es in dem Gutachten. “Neben Berlin oder München werden auch in Städten wie Kiel, Osnabrück oder Heidelberg nur wenige Wohnungen in diesem Segment gebaut.”

Der Anstieg der Studentenmieten wird sich nach Einschätzung des Instituts in den kommenden Jahren fortsetzen – wenn auch weniger rasant als bisher. “Die Bautätigkeit hat angezogen, allerdings wird der Bedarf dennoch nicht gedeckt”, sagte Voigtländer. “Da allerdings die Zuwanderung etwas nachlässt, gehe ich von langsameren Mietsteigerungen aus.” (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Versicherungsmarkt der Zukunft: Plädoyer für stationären Vertrieb

Wiederaufbau – Regulierung – Provisionsdeckelung – Digitalisierung – erneute Regulierung: Wie könnte der Markt der Versicherungsvermittlung in Zukunft aussehen? Wie könnte oder wie sollte sich ein Versicherungsvermittler der Zukunft aufstellen?

Teil eins des Gastbeitrags von Clemens M. Christmann und Thomas Schaefer, Die Personalexperten

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

E-Autos: Neue Hürden verhindern Verbreitung

Die Deutschen sind in Sachen Elektromobilität sehr optimistisch. Warum es nach wie vor ein Nischenthema ist, hängt an vielen Detailfragen. Die oft noch geringe Reichweite ist nur ein Aspekt. Woran es besonders hakt, ist bislang kaum in der öffentlichen Diskussion kaum aufgetaucht.

mehr ...

Berater

34f-Vertrieb: “Taping wird wohl kommen”

Nach derzeitigem Stand ist unwahrscheinlich, dass sich die Pflicht zur Aufzeichnung von Telefonaten mit Kunden für freie Finanzdienstleister noch abwenden lässt. Das sagten Chefs der Vertriebsverbände AfW und Votum am Mittwoch übereinstimmend in Hamburg.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...