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8. Juni 2017, 10:36
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“Tausende Immobilienmakler würden ihren Job verlieren”

Immer wieder wird diskutiert, das Bestellerprinzip vom Wohnungsmarkt auf Verkaufsimmobilien auszuweiten.  In einer Umfrage von Homeday prognostizierte einer der befragten Makler, dass Tausende dadurch ihren Job verlieren würden.

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Immobilienmakler fürchten, dass durch eine Ausweitung des Bestellerprinzips auf Verkaufsimmobilien ihre Stellen bedroht werden.

Im Juni vor zwei Jahren wurde das Bestellerprinzip eingeführt: Wer bestellt, bezahlt auch. Das Gesetz gilt derzeit nur für den Wohnungsmarkt. Immer wieder wird aber über die Erweiterung auf Verkaufsimmobilien diskutiert.

Das Bestellerprinzip trat am 1. Juni 2015 in Kraft, es wurde –wie die Mietpreisbremse–im Zuge des Mietrechtsnovellierungsgesetztes umgesetzt. Nach dem Prinzip muss ein Immobilienmakler von seinem Auftraggeber bezahlt werden, zuvor konnten Vermieter die Kosten auf ihre Mieter abwälzen. Bisher gilt das Gesetz nur für den Vermietungsmarkt. Verfassungsbeschwerden von Maklern wurden bisher abgelehnt.

Laut einer Umfrage von Homeday unter 214 Maklern, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet, lehnen 93 Prozent der befragten Makler die Ausweitung auf Verkaufsimmobilien ab, denn seit Einführung des Bestellerprinzips würden sie sich verstärkt auf den Verkauf konzentrieren.

Bestellerprinzip ließ Vermietungsaufträge einbrechen

Ein befragter Makler prognostiziert: “Sollte das Bestellerprinzip auch auf den Hausverkauf angewendet werden, werden Tausende von Immobilienmaklern ihren Job verlieren und gezwungen sein ihr Büro zu schließen.”

Das Gesetz habe dazu geführt, dass bei knapp jedem Siebten die Aufträge für Vermietungsaktivitäten komplett weggebrochen sind (15 Prozent). Bei mehr als 60 Prozent hätten sich die Vermietungsaufträge reduziert, dies hätten Makler in Mittelstädten (71 Prozent) stärker gespürt als in ländlichen Regionen und Kleinstädten (57 Prozent).

Nun konzentrieren sich laut Homeday 62 Prozent der Befragten auf den Verkauf, 26 Prozent bieten Vermietungspakete für Ihre Leistung an und 22 Prozent verzichten komplett auf das Vermietungsgeschäft. Umsatzeinbußen hätten vor allem Makler mit bis zu fünf Mitarbeitern bemerkt (65 Prozent). Nur jedes vierte Maklerbüro mit über 100 Mitarbeitern sei betroffen. (kl)

Foto: Shutterstock

 

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8 Kommentare

  1. Andere Ländern, andere Sitten. In anderen Ländern werden teilweise auch Aufwendungspauschalen gezahlt. Hier muss nur bei Erfolg gezahlt werden, das ist auch so gewünscht und richtig so.
    Ja und dann kommt es wie bei Miete: nochmals viel teurer und noch weniger was angeboten wird.

    Kommentar von Gustav.A — 21. Oktober 2017 @ 22:58

  2. Wer glaubt das Bestellerprinzip würde die Kaufkosten senken täuscht sich aber gewaltig. Im Gegenteil: Der Kaufpreis würde sich erhöhen und alles wieder ausgleichen oder übertreffen. Ein Profimakler arbeitet auch für den Käufer und sollte deshalb auch eine Provision von Ihm erhalten. Ich denke viele wissen überhaupt nicht was der Makler in den letzten Jahrzehnten für die Käufer auch Gutes getan hat. Wie es in anderen Ländern gehandhabt wird ist dabei vollkommen uninteressant und wie vieles andere auch nicht richtig! Die SPD wollte mit dieser Mogelpackung nur Stimmen fangen.

    Kommentar von Alex P. — 21. Oktober 2017 @ 18:10

  3. Zum Glück müssen solche derartigen Debatten gerade nicht mehr geführt werden. Ich kann überhaupt nicht erkennen warum die Einführung des Bestellerprinzips irgendwelche Vorteile bringen soll. Im Gegenteil: Der Käufer würde als nichtzahlender Kunde eher schlechtere als bessere Qualität in der Beratung erhalten. In jedem Berufsstand bis hin zum Manager gibt es schwarze Schafe aber auch hochwertige Dienstleistungsunternehmen. Das Bestellerprinzip würde auch die guten Unternehmen vom Markt drängen.

    Kommentar von Seibold.H — 19. Oktober 2017 @ 21:13

  4. Die Einführung des Besteller Prinzips wie bei Miete wäre absoluter Unsinn. Es sorgt nur dafür dass die Kaufpreise weiter steigen. Jeder Verkäufer arbeitet auf Provision nur das im Immobilienverkauf der Käufer durch Transparenz die Provision offengelegt wird. Übrigens sind Mieten noch höher gestiegen und das Angebot geringer seit Einführung des Besteller Prinzips.

    Kommentar von MA — 28. September 2017 @ 08:36

  5. In allen Ländern, in denen der Verkäufer zahlt, wird kaum eine Immobilie ohne Makler verkauft. Die Anzahl der Makler würde sich erhöhen. Und zwar die Zahl der professionellen Makler. Ich arbeite seit ca. 30 Jahren ausschließlich mit der Entlohnung durch Verkäufer. Für den Makler bedeutet das, dass er nur noch Aufträge erhält, wenn er absoluter Profi ist. Der Verkäufer hat den Makler im Griff, weil er nur dessen Interesse vertritt. Der Makler hat sein Büro entbürokratisiert und der Käufer hat leichteren Zugang zum Makler – das wiederum dient dem Verkäufern und seinem Verkauf. Und die Banken geben eine bessere Finanzierung, weil die Provision jetzt nicht mehr das Eigenkapital schmälert. Es gibt ausschließlich Vorteile – der einzige Nachteil ist für unprofessionell Makler – die werden verschwinden. Zum Vorteil der Verbraucher und damit zum Vorteil der Maklerbranche.

    Kommentar von Raimund Wurzel — 16. Juni 2017 @ 14:17

  6. … kaum zu verstehen diese Diskussion … in Barcelona (Spanien) hat sich in den letzten 3 Jahren die Anzahl der Makler mit dem steigenden Markt verdreifacht (wieder) … die Provision zahlt i.d.R. der Verkäufer…es gibt dubiose Makler die bei Kaufpreisen unter 100000 € dem Kunden Verträge mit einer (zusätzlichen) Einmalhonorarzahlung von 3000 € vorlegen … versucht wirds eben halt immer …

    Kommentar von Max Scholtz — 8. Juni 2017 @ 21:28

  7. Das Bestellerprinzip muss kommen!!
    Damit bereinigt sich der Markt und die vielen “Bettkantenmakler” fallen hinten runter. Wenn de Gesetzgeber schon nicht in der Lage ist auf normalem Wege die Verbraucher vor unprofessionellen Maklern zu schützen, dann muss es halt das Bestellerprinzip richten. Das ist auch nur fair und jeder Verkauf geht auch schneller, weil viel mehr Nachfrage da ist. Und wenn wir mal ehrlich sind, dann wird eh eine etwaige Verkäufercourtage oben drauf gerechnet. Also, was soll’s?!? Marktbereinigung tut immer gut, es verschwinden viele schwarze Schafe und der Ruf der Branche hätte eine wirkliche Chance sich zu rehabilitieren!
    Richtige Makler haben auch keine Probleme beim Objekteinkauf, denn Sie haben ein Konzept mit vielen positiven Argumenten für die Beauftrag des Maklers gegen Entgelt!
    Das ist der Unterschied, viele sog. Makler kaufen sich Objekte ein indem sie von vornherein auf die Innenprovision verzichten.
    Verkaufskonzept:
    Objekt pi ma Daumen schätzen (meist der gewünschte Verkaufspreis des Verkäufers!), mit rudimentären Infos ins Netz stellen und schauen was sich tut, Termine machen, Notarvertrag vorbereiten und dicke Rechnung schreiben! Ist das das Berufsbild eines professionellen und seriösen Maklers?!
    Mitnichten! Aber so werden Sie gesehen und es ist Ihnen auch leider egal, denn es geht Ihnen um’s Geld verdienen!
    Und letztlich kann ich die Verkäufer auch nicht verstehen, dass Sie (und in den meisten Fällen ist es so) mit Ihrem wesentlichen Vermögen so schlunzig umgehen als sei es ein Gebrauchtwagen! Unglaublich!
    Naja, vielleicht ändert sich da ja mal was…

    Kommentar von Stephan Lange — 8. Juni 2017 @ 17:25

  8. Wenn eine so hohe Zahl an Aufträgen für die Immobilien-(Vermietungs-) Makler verloren gegangen ist und eine ebenso hohe Furcht davor besteht, dass dieser Auftragsrückgang für Immobilienmakler sich ebenfalls ergeben würde, wenn das Bestellerprinzip auf Verkaufsobjekte ausgeweitet würde ….. ist das dann nicht ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Immobilienmakler in der Anzahl, wie sie sich derzeit am Markt tummeln, gar nicht benötigt werden, und dass sich ein nicht unerheblicher Teil davon seinen Lebensunterhalt auf Kosten der Käufer verdienen kann, weil die Verkäufer es einfach nur “bequem” finden, ohne Eigenaufwand ihre Immobilie zu verkaufen — “kostet mich ja nix”?

    Warum sollen die Käufer denn tatsächlich für die Bequemlichkeit der Verkäufer bluten und die Zeche zahlen? Es gibt sicher auch Immobilienmakler, die sehr versiert und engagiert sind, aber aus eigener Erfahrung aus Gesprächen mit Immobilienmaklern ist mir leider auch manche völlige Inkompetenz in Erinnerung …. und das soll der Käufer am Ende auch noch mit 3,57% incl MwSt (teilweise auch noch deutlich höher) der Kaufsumme belohnen? Allein bei einer Kaufsumme von 200.000,– Euro sind das 7.140,00 sinnlos rausgeworfene Euro, nur weil das Kaufobjekt halt den eigenen Wünschen entspricht und man, aufgrund der Bequemlichkeit des Verkäufers, nicht am Makler vorbei kommt ….!

    Da kommt mir doch gleich wieder der alte Ruhrpott-Spruch in den Sinn: “Für das Geld muss ne alte Oma ziemlich lange stricken”

    Wie gesagt, es gibt ganz sicher auch kompetente Immobilienmakler, aber die brauchen sich um Ihre Zukunft auch bei der Umsetzung des Bestellerprinzips auf Verkaufsobjekte sicher keine Sorgen machen ….. und die anderen müssen sicherlich nicht vor dem Marktaustritt geschützt werden.

    Kommentar von AD — 8. Juni 2017 @ 16:54

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