Wohninvestments: Dynamik trotz Produktmangel

In den vergangenen Jahren hätten die Preise nicht nur in den Topstandorten einen Sprung gemacht. „Bundesweit ist die durchschnittliche Miete in den letzten drei Jahren um rund vier Prozent gestiegen. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen haben im gleichen Zeitraum sogar um 17 Prozent zugelegt“, so Schlatterer.

„Vor dem Hintergrund des stetigen Zuzugs in die Metropolen und Schwarmstädte sowie der ungebrochen hohen Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen sehen wir keinen Grund für eine Trendwende dieser Entwicklung. Aufgrund der niedrigen Zinsen und der wenigen Anlagealternativen bleibt der Druck auf die Preise weiterhin hoch“, ergänzt Lüttger.

Wohnraummangel treibt Projektentwicklungen

Immer mehr Erwerbstätigen und Studierenden ziehen laut CBRE in die Ballungsräume. Der Wohnraummangel lasse Projektentwicklungen vermehrt in den Fokus der Investoren rücken.

„Mit über 970 Millionen Euro wurden 30 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens in Neubauentwicklungen allokiert. Viele der im Bau befindlichen Neubauten wurden noch vor ihrer Fertigstellung im Rahmen von Forward Fundings oder Forward Purchases überwiegend via Spezialfonds an deutsche institutionelle Investoren veräußert“, sagt Schlatterer.

Die größten Nachfrager

Die Gruppe der offenen Immobilien- und Spezialfonds zeige sich dabei dank einer hohen Liquiditätsquote äußerst aktiv. Ihr allokiertes Kapital auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt summiere sich in den ersten drei Monaten auf 748 Millionen Euro, 23 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens.

Der größte Nachfrager seien die traditionell sehr starken börsengelisteten Immobiliengesellschaften, die Wohneinheiten im Wert von über 1,2 Milliarden Euro gekauft hätten. Das entspreche 39 Prozent des gehandelten Gesamtvolumens.

Die wichtigsten Anbieter

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Neubauten sind laut CBRE Projektentwickler und Bauträger auf der Verkäuferseite die umsatzstärksten Akteure. Sie hätten mit Verkäufen im Volumen von 857 Millionen Euro den bereits starken Vorjahreswert um 27 Prozent steigern können.

Auf den weiteren Plätzen würden Asset- und Fondsmanager sowie Privatinvestoren folgen. „Sie nutzten die Gunst der Stunde der gestiegenen Preise und trennten sich von Objekten im Wert von 820 beziehungsweise 353 Millionen Euro“, sagt Linsin.

Druck auf Spitzenrendite steigt

Der Markt für Wohnportfolios bleibe 2017 dynamisch. „Die Vorzeichen dafür stehen hierfür gut: Die Finanzierungskonditionen haben sich auf einem historischen Niveau verfestigt und steigern zusätzlich die Attraktivität an ‘German resi‘. Gleichzeitig übertrifft aber die Nachfrage nach Wohnpaketen trotz gestiegenen Fertigstellungszahlen das Angebot“, sagt Lüttger.

Linsin erwartet bei sinkenden Leerstandsquoten, dass Kauf- und Mietpreise steigen. was „Ausdruck in einer fortgesetzten Renditekompression in den deutschen Topstandorten findet“, sagt Linsin.

„Das Marktgeschehen 2017 wird von einem zunehmenden Handel an Neubauentwicklungen mit einer Losgröße zwischen 20 und 100 Millionen Euro geprägt werden, sodass ein Transaktionsvolumen von deutlich über zehn Milliarden Euro realistisch ist“, sagt Lüttger. (kl)

Foto: Shutterstock

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