24. August 2017, 13:57
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Wohnungsneubau: Deutschland europaweit nur im Mittelfeld

Nach Jahren rückläufiger und stark eingebrochener Bautätigkeit befindet sich der Wohnungsneubau in Deutschland seit 2010 wieder im Aufwind. Im europaweiten Vergleich liegt er jedoch nach Aussage von LBS Research weiterhin nur im Mittelfeld. Das hat auch politische Gründe.

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In vielen europäischen Ländern wird – bezogen auf die Bevölkerungszahl – immer noch deutlich mehr gebaut als in Deutschland.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 278.000 Wohnungen neu errichtet, ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie LBS Research mitteilt, sei der Wohnungsbau damit quantitativ auf dem richtigen Weg, um perspektivisch die Wohnungsmarktsituation zu entspannen.

Allerdings sei er noch weit entfernt vom tatsächlichen Neubaubedarf, der auf 350.000 bis 400.000 Wohnungen pro Jahr geschätzt wird. Dass Deutschland bei der Bautätigkeit noch „Luft nach oben“ habe, verdeutliche auch der Blick über die Grenzen.

Vom Schlusslicht zum Mittelfeld

Auf der Grundlage aktueller statistischer Daten und Informationen des Forschungsnetzwerks Euroconstruct liege Deutschland mit einer Fertigstellungsquote von 3,2 Wohnungen pro 1.000 Einwohner nunmehr im europäischen Mittelfeld der 19 Euroconstruct-Länder. Viele Jahre bildete die Bundesrepublik mit einer Quote von unter zwei sogar das Schlusslicht in Europa.

Der Blick über die Grenzen zeige, dass in vielen europäischen Ländern – bezogen auf die Bevölkerungszahl – immer noch deutlich mehr gebaut wird als in der wirtschaftsstärksten Volkswirtschaft Europas. So lag 2016 die Wohnungsbauintensität in Polen und Belgien fast um ein Drittel, in Frankreich und Schweden um fast zwei Drittel und in der Schweiz und Norwegen um das Doppelte höher als hierzulande.

Drei Wohnungen pro Tausend Einwohner als “Norm”

Drei Wohnungen pro 1.000 Einwohner und mehr seien eher als „normal“ einzustufen, wie etwa auch in den Niederlanden, das Deutschland mit einer Quote von 3,7 weiterhin übertrifft, so die Experten der LBS.

Leicht unter der „Norm“ mit einer Wohnungsbauintensität zwischen 2,9 und 2,5 lägen Irland, die Slowakei, Dänemark und Großbritannien. Dies reiche dort jedoch aus, um den Ersatzbedarf zu decken und den Wohnungsbestand nicht allzu sehr altern zu lassen. Deutlich weniger als zwei Wohnungen pro 1.000 Einwohner wurden in den von der Finanz- und Staatsschuldenkrise besonders betroffenen Ländern Italien und Spanien fertiggestellt. Das Schlusslicht bildete 2016 Portugal mit einer Quote von 0,6.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

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Prognosen zufolge dürften in 2017 die Neubauzahlen (einschließlich genehmigungspflichtige Um- und Ausbauten und neu errichtete Wohnungen in Nichtwohngebäuden) hierzulande weiter ansteigen, und zwar um 13 Prozent auf 315.000 neu gebaute Wohnungen.

Seite 2: Neubau in Deutschland wird gebremst

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1 Kommentar

  1. Wohnungsbesitzer können nicht neu investieren, weil sie Unsummen für Brandschutzmaßnahmen an ihren Wohnanlagen stecken müssen, die die Rücklagen leicht übersteigen können. Wirksamkeit und Kosteneffizienz dieser Maßnahmen wird wie üblich nicht geprüft. Dass die Strategie ” das Maximum ist gerade gut genug” manchen Bestandshalter im Ruhestand finanziell überfordern könnte, ist Politik und Verwaltung egal – Sie lieben Verträge zu lasten Dritter.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 24. August 2017 @ 16:52

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